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Meta testet Community Notes in Lateinamerika

Ein unabhängiges Aufsichtsgremium des Konzerns bezweifelt, dass von Nutzern erstellte Hinweise professionelle Faktenchecks vollständig ersetzen können.

14.09.2026 10:32
red04
© Adobe Stock
Seit Mittwoch können sich Nutzer von Facebook, Instagram und Threads in 16 spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas für das neue System anmelden.

Meta will sein bisheriges Faktencheck-System künftig durch sogenannte Community Notes ersetzen und testet das Modell nun in Lateinamerika. Ein unabhängiges Aufsichtsgremium des Konzerns warnt allerdings davor, die von Nutzern erstellten Hinweise als direkten Ersatz für professionelle Faktenchecks zu betrachten. Das System könne zwar Debatten bereichern und die Meinungsfreiheit fördern, zugleich aber auch dazu beitragen, dass Falschinformationen reale Schäden verursachen.

Pilotprojekt in 16 Ländern

Seit Mittwoch können sich Nutzer von Facebook, Instagram und Threads in 16 spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas für das neue System anmelden. Dazu zählen unter anderem Argentinien, Mexiko, Kolumbien, Chile und Peru. In der Testphase sind die von Nutzern verfassten Hinweise für andere Nutzer allerdings noch nicht sichtbar. Das Prinzip ähnelt den Community Notes auf der Plattform X. Nutzer können dort Beiträge mit zusätzlichen Informationen oder Einordnungen versehen. Meta will damit langfristig die bisherige Überprüfung durch externe Faktencheck-Organisationen und Redaktionen ablösen. Einen konkreten Zeitplan für die Einführung gibt es noch nicht. Meta will das System erst ausrollen, wenn man von dessen Funktionsfähigkeit überzeugt ist.

Aufsichtsgremium sieht Risiken

Das Oversight Board sieht bei Community Notes nicht nur Vorteile. Die Hinweise könnten zwar zur Einordnung von Beiträgen beitragen, gleichzeitig aber auch selbst fehlerhaft oder irreführend sein. Zudem stützten sich Community Notes laut dem Gremium häufig auf bereits vorhandene Faktenchecks. Meta hatte Anfang 2025 angekündigt, das bisherige Faktencheck-Programm zunächst in den USA einzustellen. Konzernchef Mark Zuckerberg begründete den Schritt unter anderem mit einer aus seiner Sicht politischen Voreingenommenheit der Faktenprüfer. Die Entscheidung stieß bei Desinformationsexperten und Politikern auf Kritik. Das bisherige Programm basiert auf der Zusammenarbeit mit externen Organisationen, die Inhalte auf Metas Plattformen überprüfen. Auch die Nachrichtenagentur AFP ist in mehreren Sprachen an diesem Faktencheck-Programm beteiligt.

(APA/red)

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