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Zurück in die Vergangenheit: ORF-Zukunftsforum live

Beim ORF-Zukunftsforum geht es um Finanzierung, Auftrag und Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

10.09.2026 11:06
red04
© APA/ROLAND SCHLAGER
Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher sowie der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig im Rahmen des ORF-Zukunftsforums.

10. September 2026

Eröffnung durch Andreas Babler: Medienminister Andreas Babler betont die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und spricht über Medienvielfalt, Demokratie und die digitale Zukunft. Inhaltlich bleibt der Minister dabei zunächst eher allgemein und bei bekannten Buzzwords. Konkrete Änderungen für den ORF kündigt er nicht an, auch beim Finanzierungsmodell sieht er derzeit keinen Änderungsbedarf.

Rede von Ingrid Thurnher: ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher spricht über die künftige Ausrichtung des ORF und warnt vor weiteren Einschränkungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sie wendet sich unter anderem gegen kleinteilige Vorgaben für das Programm, etwa wie viel Zeit bestimmte Inhalte einnehmen dürfen. Auch bei der Werbung sieht sie Einschränkungen kritisch: Wenn Werbegeld beim ORF wegfällt, landet es nicht automatisch bei heimischen Medien, sondern kann zu großen internationalen Plattformen abfließen. Thurnher plädiert insgesamt dafür, den ORF für die digitale Zukunft abzusichern, statt seine Möglichkeiten weiter einzuschränken.

Keynote von Annika Sehl: Die Kommunikationswissenschafterin Annika Sehl beschäftigt sich mit der Frage, wie sich öffentlich-rechtliche Medien weiterentwickeln müssen, um ihren Auftrag auch künftig zu erfüllen. Sie plädiert für einen klarer gefassten öffentlich-rechtlichen Auftrag und nennt dabei drei zentrale Punkte: Das Angebot müsse sich stärker von anderen Medien unterscheiden, Orientierung etwa durch Faktenchecks und Medienkompetenz bieten und zur gesellschaftlichen Verständigung beitragen. Auffällig ist allerdings, dass Sehl mehrfach betont, die Situation in Österreich nicht beurteilen zu können, und ihre Ausführungen vor allem auf Erfahrungen aus Deutschland stützt. Auch in der anschließenden Fragerunde verweist sie auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Für eine Keynote zur Zukunft des österreichischen ORF bleibt damit einiges zwangsläufig allgemein.

Mediensprecher diskutieren über die ORF-Zukunft: Mit rund 15 Minuten Verspätung geht es mit der Diskussion der Mediensprecher der Parteien weiter. Auf dem Podium sitzen Markus Gstöttner (ÖVP), Klaus Seltenheim (SPÖ), Henrike Brandstötter (NEOS) und Sigrid Maurer (Grüne). Die FPÖ ist auf dem Podium nicht vertreten. Christian Hafenecker habe nicht teilnehmen wollen, heißt es aus der Runde. Bei der Finanzierung gehen die Vorstellungen auseinander: Gstöttner spricht sich für eine Budgetfinanzierung und einen engeren öffentlich-rechtlichen Auftrag aus. Seltenheim hält an der Beitragsfinanzierung fest und will dem ORF mehr digitale Möglichkeiten geben. Brandstötter bevorzugt ebenfalls den ORF-Beitrag, fordert aber einen geschärften Auftrag, mehr Publikumsorientierung und unabhängigere Gremien. Maurer verlangt ebenfalls unabhängigere Gremien, strengere Compliance-Regeln und mehr digitale Möglichkeiten für den ORF.

(red)

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