KI umgeht EU-Sanktionen gegen russische Medien

Trotz EU-Sanktionen können Nutzer über mehrere KI-Chatbots offenbar auf Inhalte russischer Medien zugreifen.

02.09.2026 13:36
red04
© Adobe Stock
Für die Tests wurden die Chatbots unter anderem um Presseschauen zu russischen Medien gebeten.

Mehrere KI-Chatbots können nach Angaben von Reporter ohne Grenzen die EU-Sanktionen gegen russische Medien umgehen. Auf entsprechende Anfragen hätten die Systeme Inhalte von Russia Today (RT) und Sputnik bereitgestellt. Die Verbreitung von Inhalten dieser Medien ist in der EU verboten. Die Sanktionen gelten ausdrücklich auch für Onlineinhalte. Nach Einschätzung von Reporter ohne Grenzen halten sich die meisten getesteten Chatbots dennoch nicht an die Vorgaben. „Die Tests zeigen, dass Chatbots, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die europäischen Sanktionen wirksam umgehen können“, teilte die Organisation mit. Die EU-Sanktionen könnten unter diesen Bedingungen ihr Ziel nicht erreichen. Reporter ohne Grenzen fordert eine bessere Regulierung von KI-Chatbots.

Gesperrte Inhalte über andere Quellen

Für die Tests wurden die Chatbots unter anderem um Presseschauen zu russischen Medien gebeten. Einige Systeme erklärten zunächst, dass die entsprechenden Websites blockiert seien. Anschließend suchten sie die gewünschten Inhalte jedoch über andere Quellen. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen nutzten die Chatbots dafür unter anderem russische Onlinenetzwerke. Auf diesem Weg konnten sie Inhalte sanktionierter Medien dennoch finden und ausgeben.

Meta AI verweigerte die Anfragen

Nur einer der getesteten Chatbots habe die Sanktionen eingehalten. Meta AI, der unter anderem bei Facebook, Instagram und WhatsApp eingesetzt wird, habe entsprechende Anfragen abgelehnt und darauf hingewiesen, dass dies derzeit nicht möglich sei. Reporter ohne Grenzen verwies darauf, dass dies zeige, dass sich auch ein Chatbot an die geltenden Regeln halten könne. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, erklärte, den Bericht ernst zu nehmen und sich mit den darin erhobenen Vorwürfen zu beschäftigen.

EuGH urteilt zu Russia Today

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im Juli entschieden, dass auch auf kostenlos zugänglichen Websites keine Videos von Russia Today verbreitet werden dürfen. Das Gericht in Luxemburg bestätigte damit die Reichweite der EU-Sanktionen auch für frei zugängliche Onlineangebote.

(APA/red)

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