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KI-Nachrichtenplattform sorgt für Kritik in Südtirol

Die Journalistengewerkschaft Trentino-Südtirol kritisiert den Start des KI-Nachrichtenportals „WeNews“ und fordert klare gesetzliche Regelungen.

15.07.2026 9:29
red04
© Adobe Stock
Nach Angaben der Gewerkschaft greift das Portal auf frei zugängliche Quellen wie Zeitungen und Pressemitteilungen zurück.

Der Start der KI-gestützten Nachrichtenplattform „WeNews“ in Südtirol stößt auf Kritik. Die Journalistengewerkschaft Trentino-Südtirol warnt vor dem Markteintritt des Portals, hinter dem sich ihren Angaben zufolge ein Verlag mit Sitz in Hongkong befindet.

Inhalte werden mit KI verarbeitet

Nach Angaben der Gewerkschaft greift das Portal auf frei zugängliche Quellen wie Zeitungen und Pressemitteilungen zurück. Diese Inhalte würden anschließend mithilfe Künstlicher Intelligenz verarbeitet. Außerdem weist die Gewerkschaft darauf hin, dass die im Portal als Autoren genannten Personen nicht als Journalisten registriert seien.

Vorwurf der unentgeltlichen Inhaltsübernahme

Besonders kritisch sehen die Journalistengewerkschaft sowie die italienische Journalistenföderation FNSI die Übernahme von Inhalten aus Tageszeitungen, ohne die ursprünglichen Quellen zu nennen. Nach Einschätzung der Gewerkschaft dürfte der Fall auch die italienische Verlegervereinigung FIEG beschäftigen.

Forderung nach gesetzlichen Regelungen

In einer Pressemitteilung verweist die Journalistengewerkschaft zudem auf grundsätzliche Fragen im Zusammenhang mit Demokratie und nationaler Sicherheit. Solange Regierung und Parlament keine entsprechenden gesetzlichen Regelungen schaffen, könne grundsätzlich jede im Ausland ansässige Organisation ein journalistisches Onlineportal in Italien betreiben, ohne die für Journalisten und Verlage geltenden Vorschriften einhalten zu müssen. Dadurch bestehe nach Ansicht der Gewerkschaft auch die Möglichkeit, Desinformation oder Falschmeldungen zu verbreiten. Abschließend erklärte die Gewerkschaft, dass diese Entwicklung vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage Italiens besonders besorgniserregend sei.

(APA/red)

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