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Journalisten prangern Mauritius als Steueroase an

Vor allem afrikanischen Staaten soll dem Netzwerk zufolge viel Steuergeld entgehen.
© pixabay

Gut drei Jahre nach der Veröffentlichung der “Panama-Papers” mit EnthĂŒllungen ĂŒber teils illegale Steuerflucht vor allem in der Karibik steht nun die Insel Mauritius als Steuerparadies im Fokus. Ein Netzwerk internationaler Journalisten veröffentlichte dazu am Dienstag Hinweise, die sich auf vertraulich weitergeleitete Daten eines Informanten stĂŒtzen.

Sie belegen nach Angaben des Verbunds, dass gerade den Staaten Afrikas viele Steuergelder entgehen. In dem Zusammenhang wird auch der Name des prominenten Afrika-Aktivisten und Musikers Bob Geldof genannt, der sich zunĂ€chst nicht dazu Ă€ußerte. Die einstige französische Kolonie Mauritius liegt im Indischen Ozean, rund 2.000 Kilometer vom afrikanischen Kontinent entfernt.

Die Hilfsorganisation Oxfam sieht den eigentlichen Skandal in der GesetzmĂ€ĂŸigkeit der Steuertricks und forderte neben transparenten Steuersystemen einen weltweiten Mindeststeuersatz. “RegelmĂ€ĂŸig werden neue schmutzige Tricks bekannt, mit denen sich internationale Konzerne und Superreiche davor drĂŒcken, ihren fairen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten – auf Kosten gerade auch armer LĂ€nder”, meinte Oxfam-Kampagnenmanager Jörn Kalinski. Die deutsche Regierung mĂŒsse beim laufenden Prozess zur Reform des globalen Steuersystems im IndustrielĂ€nderklub OECD fĂŒr Sanktionen gegen Steueroasen eintreten.

Das EU-Parlament hatte zuletzt Ende MÀrz einen entschiedeneren Kampf gegen Steuerhinterziehung und FinanzkriminalitÀt und die Schaffung einer europÀischen Finanzpolizei gefordert. Durch Steuervermeidung und Steuerflucht entgehen allein den europÀischen Staaten nach SchÀtzungen jÀhrlich hunderte Milliarden Euro.

APA/dpa/red

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