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Medien

ITV-Übernahme alarmiert die britische Politik

Die geplante ITV-Übernahme durch Sky wird zur Grundsatzfrage über Medienmacht und Meinungsfreiheit.

red04 10:13 Uhr 2 Min. Lesezeit
Kulturministerin Lisa Nandy hat eine Prüfung des Deals durch die Wettbewerbsbehörde und die Medienaufsicht Ofcom angeordnet.
Kulturministerin Lisa Nandy hat eine Prüfung des Deals durch die Wettbewerbsbehörde und die Medienaufsicht Ofcom angeordnet. © Adobe Stock

Der geplante 1,6-Milliarden-Pfund-Deal zwischen Sky und ITV wird zum Politikum. Die britische Regierung schaltet die Wettbewerbs- und Medienaufsicht ein. Im Zentrum stehen die Medienvielfalt, die Kontrolle über Nachrichten und die Machtverhältnisse im Fernsehgeschäft.

Was als milliardenschwere Übernahme geplant war, bekommt nun eine politische Dimension. Kulturministerin Lisa Nandy hat am gestrigen 4. November eine Prüfung des Deals durch die Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) und die Medienaufsicht Ofcom angeordnet. Die Behörden sollen untersuchen, welche Folgen der Zusammenschluss für den britischen Medienmarkt hätte. Ihre Berichte werden bis spätestens 27. Jänner 2027 erwartet.

Die Bedenken betreffen vor allem die Meinungsfreiheit und die Vielfalt journalistischer Perspektiven. Auch das Angebot an hochwertigen Fernseh- und Streaminginhalten steht auf dem Prüfstand. Die Regierung will zudem die gesetzlichen Regeln zur Medienvielfalt auf Streamingdienste ausweiten.

Ein Konzern bekommt noch mehr Medienmacht

Sky hatte die Übernahme am 6. Juli angekündigt. Für bis zu 1,6 Milliarden Pfund soll der Konzern die Fernseh- und Unterhaltungssparte von ITV übernehmen. Dazu gehören die frei empfangbaren TV-Sender und der Streamingdienst ITVX. Nicht Teil des Geschäfts ist ITV Studios, die Produktionssparte hinter Formaten wie „I’m A Celebrity … Get Me Out of Here!“. Sie soll eigenständig bleiben.

Hinter Sky steht der US-Konzern Comcast. Gemeinsam wollen die Unternehmen ihre Position gegenüber internationalen Streamingdiensten wie Netflix stärken. Sky verspricht, die Identität von ITV und dessen redaktionelle Eigenständigkeit zu erhalten. Auch Sky News und ITV News sollen weiterhin getrennte Nachrichtensender bleiben.

200 Millionen Pfund Einsparungen geplant

Wirtschaftlich verspricht sich Sky erhebliche Vorteile. Nach einem Abschluss sollen jährlich rund 200 Millionen Pfund eingespart werden. Zudem wurde mit ITV Studios ein fünfjähriger Vertrag über Inhalte im Wert von 2,1 Milliarden Pfund vereinbart.

Die Prüfung bedeutet noch kein Aus für die Übernahme. Sie könnte aber zu einer vertieften Untersuchung und Auflagen führen. Der Fall zeigt, wie sehr der Wettbewerb zwischen klassischen Fernsehanbietern und internationalen Streamingplattformen den Medienmarkt verändert. Zugleich stellt sich die Frage, wie viel Medienkonzentration eine demokratische Öffentlichkeit verträgt.

(red)

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