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Industriefirmen verschlafen Digitalisierung

Studie "Zukunft Industrie 2023" von Staufen stellt bereits eine Zweiklassengesellschaft fest
©unsplash

Nur jedes zweite Industrie-Unternehmen geht bei der Digitalisierung strategisch vor. Und digitale GeschĂ€ftsmodelle sind bisher in vielen Betrieben noch Fehlanzeige. Zu diesem ernĂŒchternden Ergebnis kommt die Studie “Zukunft Industrie 2023” der Unternehmensberatung Staufen, fĂŒr die ĂŒber 400 Industriefirmen aus der DACH-Region befragt wurden.

Mangelnde Projektabstimmung

“Viele Unternehmen tasten sich derzeit immer noch mit verschiedenen, nicht immer aufeinander abgestimmten Einzelprojekten an das Thema heran”, so Staufen-Analyst Michael Feldmeth. Der große Wurf in Sachen Digitalisierung erfolge zumeist nicht. Im Gegenteil: In der Industrie habe sich eine digitale Zweiklassengesellschaft etabliert.

Immerhin fĂŒhren laut der Studie 59 Prozent der Unternehmen trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage ihre Digitalisierungsprojekte unverĂ€ndert fort. Und 44 Prozent hĂ€tten sogar neue Projekte gestartet. Die meisten (86 Prozent) versprechen sich davon eine Effizienzsteigerung. Drei Viertel erwarten zudem mehr Transparenz in den Prozessen und in 57 Prozent der Firmen soll die Digitalisierung helfen, Kosten zu senken.

Kaum digitale GeschÀftsmodelle

Das grĂ¶ĂŸte Potenzial sieht die Branche der Erhebung nach neben der Produktion (62 Prozent) vor allem in der Optimierung des Supply-Chain-Netzwerks (60 Prozent). “Alle Unternehmen wissen, dass sie digitalisieren mĂŒssen. Viele wissen aber noch nicht, wie sie das Beste aus der Digitalisierung herausholen können und starten daher mit Projekten zur Effizienzsteigerung”, sagt Digitalisierungs-Experte Feldmeth.

Die Entwicklung neuer GeschĂ€ftsmodelle sollte oberste PrioritĂ€t haben. “Die Vorreiter von Industrie 4.0 haben dies bereits bei der Implementierung der Technologie strategisch im Blick”, weiß der Fachmann. Allerdings treibe nur jedes zweite Unternehmen die Digitalisierung strategisch voran. So böten zwar fast drei Viertel der Firmen Produkte und Dienstleistungen mit Industrie-4.0-FunktionalitĂ€ten an, aber nur drei Prozent hĂ€tten bisher auch neue GeschĂ€ftsmodelle auf digitaler Basis entwickelt.

PTE/Red.

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