Großaktion gegen Cyberkriminelle

Internationale Ermittler haben mehr als 200 Hacker-Server abgeschaltet und die Kontrolle über rund 18.000 infizierte Computer beendet.

25.06.2026 9:57
red04
© Adobe

Ein internationaler Schlag gegen die organisierte Cyberkriminalität ist Ermittlern von Europol, dem deutschen Bundeskriminalamt (BKA) und Microsoft gelungen. Dabei wurden mehr als 200 zentrale Server abgeschaltet, die von Cyberkriminellen zur Steuerung infizierter Computer genutzt wurden. Zudem konnte die Verbindung zu mehr als 18.000 betroffenen Geräten weltweit unterbrochen werden.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen standen die Schadprogramme Amadey und StealC, die häufig gemeinsam bei Cyberangriffen eingesetzt werden. Während Amadey Systeme infiziert und Zugänge schafft, dient StealC dem Diebstahl von Passwörtern und anderen sensiblen Daten. Allein innerhalb weniger Wochen waren die Programme an zehntausenden Infektionen beteiligt.

Eine wichtige Rolle spielte dabei der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Mithilfe der Technologie konnten die Ermittler den Schadcode deutlich schneller analysieren und Zusammenhänge zwischen verschiedenen kriminellen Akteuren erkennen. Dadurch wurde es möglich, die zugrunde liegende Infrastruktur als Teil eines gemeinsamen kriminellen Netzwerks zu verfolgen.

Die Maßnahmen erfolgten im Rahmen der internationalen „Operation Endgame“, die als bislang größte koordinierte Aktion gegen Cyberkriminalität gilt. Bereits 2024 wurden dabei zahlreiche Server beschlagnahmt, Millionen infizierter Computer von krimineller Kontrolle befreit und Haftbefehle gegen mutmaßliche Hintermänner erlassen.

Nach Angaben des BKA schwächt die aktuelle Operation zentrale Strukturen der Cyberkriminalität erheblich. Durch die Abschaltung wichtiger technischer Systeme sollen weitere Infektionen verhindert und potenzielle Opfer weltweit besser geschützt werden. Die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen dauern an.

APA/Red.

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