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Google muss Arizona 85 Mio. Dollar zahlen

Tech-Branchengigant soll bereits seit 2018 Ortsinformationen von Nutzern ausspioniert haben.
unsplash

Teure Einigung des Technischen-Giganten mit Arizona

Google muss dem US-Bundesstaat Arizona 85 Mio. Dollar (rund 86 Mio. Euro) ĂŒberweisen, um eine Klage abzuwenden, die der örtliche Generalstaatsanwalt im Mai 2020 eingereicht hat. Darin wirft er dem Internetkonzern vor, bereits seit 2018 ĂŒber Smartphones ungefragt Ortsinformationen von Nutzern ausspioniert und fĂŒr Werbezwecke weiterverarbeitet zu haben. Der Tech-Riese spricht von einer Strafe fĂŒr „veraltete Produktstrategien“ und verweist auf neue, strengere Datenschutzregeln.

„Dieser Vergleich beinhaltet pro Kopf gerechnet die grĂ¶ĂŸte Geldstrafe, die Google bislang jemals im Zusammenhang mit einer Klage wegen Konsumentenbetrugs und VerstĂ¶ĂŸen gegen die PrivatsphĂ€re bezahlten musste“, so der Generalstaatsanwalt von Arizona, Mark Brnovich. Im Grunde gehe es darum, aufzuzeigen, wie die Internetfirma Daten wie etwa Ortsinformationen seiner Nutzer sammelt, um eigene Services zu betreiben und das WerbegeschĂ€ft anzukurbeln.

„Sie haben den Konsumenten erzĂ€hlt, dass sie das Location-Tracking abschalten können, indem sie ihre PrivatsphĂ€re-Einstellungen neu konfigurieren“, erklĂ€rt der US-Jurist. Eine Untersuchung von Associated Press habe allerdings herausgefunden, dass Google auch dann solche Daten sammelt, wenn die User das Tracking deaktivieren. „Unsere eigene Untersuchung hat dann klar gezeigt, dass das Unternehmen betrĂŒgerische und unfaire Praktiken an den Tag legt, um so viele Daten wie möglich ĂŒber die User zu sammeln. Diesen wird es zudem ĂŒberaus schwer gemacht, zu verstehen, was mit ihren Daten geschieht“, fasst Brnovich zusammen.

„Dieser Fall basiert auf Produktstrategien, die veraltet sind und schon vor Jahren geĂ€ndert wurden“, so Google-Sprecher JosĂ© Castañeda. Man stelle seinen Nutzern eigentlich sehr einfache Kontrollen und optional auch eine automatische Löschfunktion fĂŒr Lokalisierungsdaten zur VerfĂŒgung. Zudem arbeite man stets daran, die Menge an Infos, die gesammelt werden, so gering wie möglich zu halten. „Wir freuen uns, dass diese Sache nun aus der Welt geschafft ist und werden uns weiter darauf konzentrieren, hilfreiche Produkte fĂŒr unsere User anbieten zu können“, ergĂ€nzt Castañeda.

Ob AnwĂ€lten und Kunden diese Rechtfertigung ausreicht, bleibt abzuwarten. Fest steht jedenfalls, dass Arizona nicht der einzige US-Bundesstaat ist, in dem Google sich aufgrund seiner DatensammelaktivitĂ€ten mit negativen rechtlichen Konsequenzen bedroht sieht. Ähnliche Klagen werden nĂ€mlich auch in Washington, Indiana und Texas vorbereitet.

 

pte

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