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Fake News durch Bots

Jeder vierte Klimaleugnungs-Tweet wird automatisch generiert.

Ein Viertel der Tweets zum Thema Klimawandel stammen nicht von Menschen, sondern von automatisierten Bots. Diese digital erzeugten Nachrichten neigen deutlich dazu, die zunehmende Zerstörung der Umwelt durch den Menschen zu leugnen. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Brown University.

“Bots immer in Schw√§rmen”

“Bots erkennt man an verschiedenen Merkmalen: Sie sind beispielsweise immer zur gleichen Tageszeit aktiv und posten immer die gleiche Anzahl von Tweets. Bei Inhalten sind sie empathielos, sie reagieren auf nichts, sondern verbreiten nur durchgetaktete Nachrichten. Au√üerdem enth√§lt ihr Profil keine nachvollziehbaren, pers√∂nlichen Informationen. Eine weitere typische Eigenschaft von Bots ist, dass sie meistens allem voran einander folgen und gegenseitig ihre Reichweite verst√§rken, sie treten immer in Schw√§rmen auf”, erkl√§rt Kommunikationsexperte Christian Scherg im pressetext-Interview.

Die Forscher haben 6,5 Mio. Tweets analysiert, die rund um den 1. Juni 2017 verfasst wurden, als US-Pr√§sident Donald Trump den Austritt der USA aus dem √úbereinkommen von Paris ank√ľndigte. Dabei verwendeten sie ein Tool der University of Indiana namens “Botometer”, das die Wahrscheinlichkeit, dass hinter einem Tweet ein Bot steckt, misst. Ein gro√üer Anteil der Tweets, die Trumps Entscheidung, aus dem Klimaabkommen auszutreten, applaudierten, stellten sich als automatisch generiert heraus.

“Vertrauen wird ersch√ľttert”

Bei den Bots handelt es sich um Software, die eigenst√§ndig Postings erstellen, andere Accounts liken oder retweeten k√∂nnen. Dabei geben sie sich als menschliche Twitter-User aus. Bots waren in dem untersuchten Zeitraum f√ľr etwa 25 Prozent der Tweets zum Thema “climate crisis”, also Klimakrise, verantwortlich. Bei anderen Themen war die Zahl sogar h√∂her, beispielsweise bei wissenschaftlichen Inhalten (38 Prozent).

Die Forscher warnen vor der Verbreitung von Fake News durch Twitter-Bots. √úber die Existenz des Klimawandels sei sich die Wissenschaft relativ einig. “Es ist nicht nur gef√§hrlich, dass Menschen diese Fehlinformationen glauben k√∂nnten, sondern auch, dass deren blo√üe Existenz das Vertrauen von Menschen in akkurate Informationen ersch√ľttern kann”, zitiert der “Guardian” Studienleiter Thomas Marlow.

 

PA/Red

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