Digitale Souveränität rückt in den Fokus
Neun von zehn Firmen in der DACH-Region treiben Maßnahmen zur digitalen Unabhängigkeit voran.
Digitale Souveränität gewinnt für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend an strategischer Bedeutung. Laut einer Studie von valantic und dem Handelsblatt Research Institute planen oder realisieren bereits 90 Prozent der befragten 1.000 Führungskräfte konkrete Maßnahmen, um ihre digitale Unabhängigkeit zu stärken. Nur eine Minderheit bleibt bislang untätig.
Auslöser für diese Entwicklung sind unter anderem geopolitische Spannungen sowie die starke Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern. Viele Unternehmen erkennen darin ein Risiko für ihre Wettbewerbsfähigkeit und reagieren mit umfassenden Strategien statt isolierter Einzelmaßnahmen.
Im Zentrum stehen dabei vor allem Datenmanagement und Infrastruktur. Zwei Drittel der Unternehmen setzen bereits auf klare Datenklassifizierung und Richtlinien zur Datenlokalisierung oder arbeiten an deren Umsetzung. Ähnlich viele achten darauf, Daten innerhalb der EU zu speichern oder nutzen europäische Cloud-Alternativen. Auch eigene Verschlüsselungslösungen wie Key-Management-Systeme gewinnen an Bedeutung.
Besonders konsequent handeln Unternehmen mit hoher KI-Reife. Sie schätzen ihre Abhängigkeit deutlich kritischer ein und investieren verstärkt in europäische Daten- und KI-Infrastrukturen sowie in Partnerschaften mit regionalen Anbietern. Damit zeigen sie, dass der Ausbau von Künstlicher Intelligenz eng mit Fragen der digitalen Kontrolle und Unabhängigkeit verknüpft ist.
Die Studie basiert auf einer Kombination aus quantitativen Befragungen und qualitativen Interviews mit Führungskräften aus verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen in der DACH-Region.
APA/Red.