Bringt die Fußball-WM ServusTV einen Gewinn?
ExtraDienst-Exklusiv: Was zahlt ServusTV für die WM-Übertragungsrechte? Und bleibt davon etwas über?
Der ORF veröffentlicht keine offizielle Zahl, wie hoch die WM-Erlöse der ORF-Enterprise tatsächlich sind. Auf Basis der bekannten Inventare und Marktpreise lässt sich jedoch eine relativ klare Größenordnung ableiten.
Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 umfasst das Paket rund 52 Live-Spiele, Vor- und Nachberichterstattung, Halbzeit- und erstmals auch Hydration-Break-Werbung sowie Streaming auf ORF ON und diverse Sponsoring- und Sonderformate.
Daraus ergibt sich insgesamt ein geschätzter Werbeumsatz beim ORF von etwa 25 bis 30 Millionen Euro.
Während die ORF-Zahlen in der Branche kursieren, gab es bis dato keine Zahlen, wie viel ServusTV erlöst. Auch dort laufen 52 Live-Spiele.
ExtraDienst hat die ungefähren Zahlen:
Bei rund 17 Millionen Euro werden sich die Werbeumsätze bewegen. Sohin erlöst ServusTV deutlich weniger als der ORF.
Wobei davon auszugehen gilt, dass sich diese Zahl, wenn Österreich das Sechzehntel- oder gar das Achtelfinale erreicht, noch deutlich steigern könnte. Was übrigens auch für die ORF-Einnahmen gilt.
Was hat nun ServusTV für die Fußball-WM bezahlt?
Auch dies ist eine Zahl, die bis dato nicht bekannt wurde. ExtraDienst konnte recherchieren, dass das Investment bei rund 12 Millionen Euro liegt.
Bleibt nun ein Gewinn für den Sender über? Branchenexperten erklären das wie folgt:
Selbst, wenn man die Refinanzierungskosten eines derartigen Investments großzügig bemisst, spielt eine Ausgabe dieses Ausmaßes bestenfalls die Hälfte der Kosten ein.
Der Wiener Experte, den ExtraDienst dazu befragte und der alle Zahlen hat, aber im Moment nicht aktiv ist, führt weiter aus: „Kein Sender – und zwar weltweit – macht mit der Fußball-WM Gewinn. Dabei geht es nur um Prestige. Darum, Reichweite zu generieren. Und das Einzige, was die Schmerzen solch eines Investments reduziert, ist die Wiederholbarkeit.“
Die Zahl, die die FIFA für Übertragungsrechte verlange, hätte mittlerweile derartig astronomische Größenordnungen erreicht, dass es viel Überwindung brauche, sich dafür zu entscheiden, solch ein gewaltiges Investment aufzustellen.
Beim Österreichischen Rundfunk kommt noch ein entscheidender Punkt dazu: Um die Gebührenzahler bei Laune zu halten, ist es schier unmöglich, einem privaten Sender die gesamte Fußball-WM zu überlassen. Also hat man sich mit der Halbscheid begnügt, was auch vehemente Kritik auslöste.
Nach dem Motto: Warum zahle ich beim ORF eine Haushaltsabgabe und sehe dann das ÖFB-Match gegen Argentinien auf ServusTV?
Nun, da die Zahlen und Nicht-Erlöse auf dem Tisch liegen, ahnt man, wie die dafür Zuständigen (Weißmann und Schindlauer) sich überwinden mussten, selbst diese Kosten (die sich beim ORF hoffentlich in einer ähnlichen Dimension wie bei ServusTV bewegt haben) zu stemmen.
CEMU
PS: Mal sehen, wie lange es dauert, bis Der Standard diese Exklusiv-Informationen – wieder einmal – in seine „großartige“ redaktionelle Berichterstattung einfließen lässt. Natürlich – beim ExtraDienst ist Harald Fidler hier rigide – wie üblich ohne Nennung der Quelle…
Der Obige