Apple startet neuen KI-Vorstoß
Apple will Siri mit Künstlicher Intelligenz grundlegend aufwerten und damit stärker mit Diensten wie ChatGPT konkurrieren.
Apple unternimmt einen neuen Anlauf, Künstliche Intelligenz stärker in seine Produkte zu integrieren. Im Zentrum steht eine umfassend überarbeitete Version der Sprachassistentin Siri, die künftig deutlich leistungsfähiger sein und mit KI-Angeboten wie ChatGPT konkurrieren soll.
Bereits vor zwei Jahren hatte Apple entsprechende Funktionen angekündigt, deren Einführung jedoch verschoben wurde. Nach Angaben des Unternehmens erfüllten die Systeme damals noch nicht die eigenen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Qualität.
Softwarechef Craig Federighi betonte, dass KI aus Sicht von Apple vor allem einen praktischen Nutzen für die Nutzer bieten müsse. Die Technologie solle tief in die täglichen Anwendungen eingebunden werden und den persönlichen Kontext der Anwender berücksichtigen, um gezieltere Unterstützung zu ermöglichen.
Für die neue Generation von Siri erhält die Sprachassistentin eine eigenständige App. In einer Präsentation demonstrierte Apple, wie Siri künftig Konzerttermine in der Nähe finden, Informationen zum Ticketverkauf bereitstellen, Erinnerungen erstellen und anschließend passende Musik abspielen kann.
Zum Start wird die neue KI-gestützte Siri ausschließlich auf Englisch verfügbar sein. Weitere Sprachen sollen in den kommenden Monaten folgen. In der Europäischen Union wird die neue Version vorerst jedoch nicht auf iPhones und iPads angeboten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Konzerns ist der Datenschutz. Apple verspricht, dass viele KI-Anfragen direkt auf den Geräten verarbeitet werden und dadurch keine sensiblen Nutzerdaten für das Unternehmen einsehbar sind. Gleichzeitig nutzt Apple für bestimmte Funktionen im Hintergrund die KI-Modelle „Gemini“ von Google.
Während Apple an der Weiterentwicklung von Siri arbeitete, präsentierten Wettbewerber wie Google und Samsung zahlreiche neue KI-Funktionen für ihre Geräte. Dadurch entstand der Eindruck, dass Apple bei diesem Technologietrend hinterherhinkt. Auf die Nachfrage nach Apple-Produkten hatte dies bislang jedoch kaum Auswirkungen, da sich insbesondere das iPhone weiterhin erfolgreich verkauft.
Zudem markiert die aktuelle Entwicklerkonferenz einen bedeutenden Einschnitt für den Konzern: Es soll die letzte WWDC unter der Leitung von Tim Cook sein. Im September soll Gerätechef John Ternus die Führung des Unternehmens übernehmen.
APA/Red.
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