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Jugend soll Social-Media-Regeln mitbestimmen

Über die Plattform „YouthVOICE“ und drei Jugendforen sollen 14- bis 25-Jährige bis Sommer 2027 Maßnahmen für mehr digitales Wohlbefinden erarbeiten.

29.10.2026 16:51
red04
Als problematisch gelten passives, anhaltendes Scrollen durch emotionale Inhalte und der Vergleich mit idealisierten Körperbildern. © Adobe Stock
Als problematisch gelten passives, anhaltendes Scrollen durch emotionale Inhalte und der Vergleich mit idealisierten Körperbildern.

Das geplante Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige in Österreich ist vorerst auf Eis. Stattdessen sollen Jugendliche und junge Erwachsene an Vorschlägen für einen gesünderen Umgang mit sozialen Netzwerken mitarbeiten. Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) kündigte dazu am heutigen Donnerstag einen Beteiligungsprozess mit der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) an.

Online-Plattform und Jugendforen geplant

Über die Online-Plattform „YouthVOICE“ können 14- bis 25-Jährige bis Februar 2027 Ideen einbringen. Gesucht werden Vorschläge dazu, wie Politik, Plattformbetreiber, Schulen und Eltern das Wohlbefinden junger Menschen im Umgang mit sozialen Medien stärken können. Ergänzend sind für das erste Halbjahr 2027 drei Jugendforen in Wien, Graz und Innsbruck vorgesehen. Die Ergebnisse sollen im Juni an politische Entscheidungsträger übergeben werden.

Nicht jede Bildschirmzeit ist problematisch

Eine neue Analyse der GÖG, für die 145 wissenschaftliche Quellen ausgewertet wurden, kommt zu dem Schluss, dass eine lange Smartphone-Nutzung nicht automatisch negative Folgen hat. Entscheidend sei vielmehr, wie die Zeit online verbracht wird. Der Austausch mit Freunden und digitalen Gemeinschaften könne sich positiv auswirken. Als problematisch gelten hingegen passives, anhaltendes Scrollen durch emotionale Inhalte und der Vergleich mit idealisierten Körperbildern. Ein ungünstiger Umgang mit sozialen Medien kann laut Analyse mit Depressionen, Schlafmangel und sozialem Rückzug verbunden sein. Von problematischer Nutzung sind demnach rund zehn Prozent der Mädchen und sieben Prozent der Burschen in Österreich betroffen. Zudem geben 45 Prozent der 16- bis 25-Jährigen an, dass Social-Media-Inhalte bei ihnen das Gefühl auslösen, ihren Körper verschönern zu müssen.

Kritik an Plattformmechanismen

Moritz Mittermann, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung, sieht die Ursachen nicht allein in der Nutzung, sondern auch in der Gestaltung der Plattformen. Funktionen wie Likes oder Streaks könnten vergleichbare Reize wie beim Glücksspiel auslösen. Die GÖG will auf Basis der Ergebnisse unter anderem Workshops zur psychosozialen Gesundheit und zum Umgang mit sozialen Medien entwickeln. Auch Botschafter für digitales Wohlbefinden sind angedacht.

(APA/red)

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