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TikTok wendet Alabama-Prozess mit Vergleich ab

Der Konzern zahlt mindestens 100 Millionen Dollar und begrenzt die tägliche Nutzungszeit junger Nutzer auf zwei Stunden.

28.09.2026 9:39
red04
© Adobe Stock
In der Klage wurde der Plattform unter anderem vorgeworfen, junge Nutzer ähnlich wie Spielautomaten zu einem längeren Verbleib zu verleiten.

TikTok hat einen für den heutigen Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama mit einem Vergleich abgewendet. Im Mittelpunkt stand der Vorwurf, die Plattform schütze Minderjährige nicht ausreichend vor einer möglichen Social-Media-Sucht. TikTok soll im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit junger Nutzer auf zwei Stunden begrenzen. Die Mindestsumme muss innerhalb von 45 Tagen entrichtet werden. Unter bestimmten Bedingungen kann sie auf bis zu 300 Millionen Dollar steigen. Der Vergleich wurde drei Tage vor dem geplanten Prozessbeginn in Montgomery geschlossen. Verfahren von mehr als einem Dutzend weiterer US-Bundesstaaten gegen TikTok sind davon nicht betroffen.

Vorwürfe gegen TikTok

Alabama hatte TikTok und die chinesische Muttergesellschaft ByteDance im April 2025 verklagt. In der Klage wurde der Plattform unter anderem vorgeworfen, junge Nutzer ähnlich wie Spielautomaten zu einem längeren Verbleib zu verleiten. Ermittler, die sich als 13- bis 15-Jährige registrierten, seien dabei unter anderem auf Inhalte zu Suizid, Selbstverletzung, Essstörungen, Alkohol und Sex gestoßen. Zudem warf Alabama TikTok vor, Eltern über die vorhandenen Schutzfunktionen für Minderjährige getäuscht zu haben. TikTok wies die Vorwürfe zurück und berief sich auf ein US-Bundesgesetz, das Online-Plattformen unter bestimmten Voraussetzungen vor einer Haftung für von Nutzern veröffentlichte Inhalte schützt.

Weitere Verfahren laufen

Generalstaatsanwalt Steve Marshall bezeichnete die Einigung als Erfolg für die Eltern in Alabama. TikTok erklärte seinerseits, der Schutz von Kindern habe für das Unternehmen weiterhin Priorität. Die Sicherheitsfunktionen sollen demnach laufend weiterentwickelt werden. In den USA laufen unterdessen weitere Verfahren gegen große Social-Media-Plattformen. In diesem Jahr standen bereits Meta und YouTube vor Gericht. Meta hatte sich im August bereit erklärt, bis zu 18 Milliarden Dollar zu zahlen und ebenfalls die tägliche Nutzungszeit zu begrenzen, um eine umfassende Klage mehrerer Bundesstaaten abzuwenden.

(APA/red)

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