Schweizer Medien wollen Originalquellen stärken
Schweizer Medien wollen mit einer freiwilligen Vereinbarung verhindern, dass journalistische Inhalte ohne ausreichende Eigenleistung übernommen werden.
Der Verlegerverband Schweizer Medien (VSM) hat eine freiwillige Vereinbarung zum Umgang mit journalistischen Inhalten gestartet. Sie soll für mehr Transparenz sorgen und verhindern, dass Medien die Arbeit anderer Häuser ohne ausreichende Eigenleistung übernehmen. Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem Ringier Medien Schweiz, die NZZ und CH Media. Das sogenannte „Memorandum of Understanding“ steht auch weiteren Medienunternehmen offen.
Originalquelle soll genannt werden
Ein zentraler Punkt der Vereinbarung ist die klare Kennzeichnung der Originalquelle. Wird journalistischer Inhalt übernommen, soll das ursprüngliche Medium deutlich genannt und online direkt verlinkt werden. Besonders bei exklusiven Recherchen soll darauf geachtet werden, dass die journalistische Erstleistung erkennbar bleibt. Die Vereinbarung unterscheidet dabei zwischen einer Weiterbearbeitung mit eigener journalistischer Leistung und einer reinen Zweitverwertung. Die vollständige oder nur sprachlich veränderte Übernahme eines Artikels oder wesentlicher Teile davon ist laut Vereinbarung nicht zulässig. Auch eine systematische Nutzung fremder journalistischer Inhalte soll ausgeschlossen sein.
Vereinbarung für gesamte Branche offen
Neben Ringier Medien Schweiz, NZZ und CH Media gehören Somedia, die Freiburger Nachrichten und Gammeter Media zu den Erstunterzeichnern. Auch die Konferenz der Chefredaktoren unterstützt die Vereinbarung. Für mögliche Verstöße wurde eine gemeinsame Kontaktstelle eingerichtet. Das Regelwerk gilt unabhängig von einer Mitgliedschaft im VSM und kann daher von weiteren Medienunternehmen übernommen werden. Das Memorandum soll alle zwei Jahre überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
(APA/red)