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Bewerbungsfrist für ORF-Direktionen beendet

Die Bewerbungsfrist für die 13 ORF-Führungspositionen ist beendet, die Zahl der Kandidaten bleibt vorerst geheim.

15.07.2026 11:31
red04
© APA / BARBARA GINDL
ORF-Zentrum am Küniglberg

Mit der gestrigen Nacht ist die Bewerbungsfrist für die 13 ausgeschriebenen Spitzenpositionen im ORF zu Ende gegangen. Wie viele Bewerbungen für die vier zentralen Direktionen und die neun Landesdirektionen eingelangt sind, ist nicht bekannt. Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig hält das Verfahren vertraulich und veröffentlicht weder die Zahl noch die Namen der Bewerber. Einzelne Kandidaten haben ihre Bewerbung jedoch selbst öffentlich gemacht.

Bisherige Führungskräfte bewerben sich erneut

Zu den bekannten Bewerbern zählt die derzeitige Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz. Sie bewirbt sich für die Direktionen „Programm und Brands“ sowie „Audience und Plattformen“. Technikdirektor Harald Kräuter kandidiert erneut für die Direktion „Technologie und Innovation“. Gegenüber der APA erklärte er, dass er diese Aufgabe mit großer Freude ausübe. Ob Finanzdirektorin Eva Schindlauer ebenfalls eine Bewerbung eingereicht hat, ist offen. Sollte sie erneut antreten, könnten die vier zentralen Direktionen personell weitgehend unverändert bleiben. Für die Direktion „Finanzen und Verwaltung“ bewirbt sich außerdem Kathrin Zierhut-Kunz, Co-Geschäftsführerin von ORF III. Sie hatte bereits bei der Wahl des Generaldirektors kandidiert und dabei eine Stimme erhalten. Im Zuge der geplanten Neuorganisation wird die bisherige Radiodirektion aufgelöst, die derzeit von Ingrid Thurnher zusätzlich geleitet wird.

Externe Bewerber bringen neue Optionen

Auch Bewerber außerhalb des ORF interessieren sich für Führungspositionen. Medienberater Matthias Settele soll sich Medienberichten zufolge für die Direktionen „Programm und Brands“, „Audience und Plattformen“ sowie „Finanzen und Verwaltung“ beworben haben. Der 59-Jährige war unter anderem für die slowakische Sendergruppe Markiza tätig und beriet den ORF mit seiner Firma SetTele Entertainment bei der Weiterentwicklung des Streamingbereichs. Bekannt wurde außerdem die Bewerbung der ehemaligen ORF-Journalistin Sonja Sagmeister für die Direktion „Audience und Plattformen“. Sie hatte zuvor bereits für das Amt des Generaldirektors kandidiert, erhielt dabei jedoch keine Stimme.

Spekulationen über weitere Kandidaten

Über weitere mögliche Bewerber wird derzeit spekuliert. Genannt werden unter anderem FM4-Chefin Doroteja Gradištanac, ORF-Unterhaltungschef Martin Gastinger, Kronehit-Geschäftsführer Philipp König, TV-Magazinchefin Lisa Totzauer, ZiB1-Moderatorin Nadja Bernhard sowie ORF-Brüssel-Korrespondentin Raffaela Schaidreiter. Offizielle Bestätigungen liegen dazu nicht vor.

Wechsel bei mehreren Landesdirektionen

Bei den neun Landesdirektionen zeichnen sich bereits personelle Veränderungen ab. Karin Bernhard, Landesdirektorin in Kärnten, geht mit Jahresende in Pension. Auch Gerhard Koch in der Steiermark und Waltraud Langer in Salzburg treten nicht mehr an. Für die Salzburger Landesdirektion haben sich laut Medienberichten der dortige Chefredakteur Gerd Schneider und Moderatorin Romy Seidl-Laux beworben. Landesdirektor Edgar Weinzettl möchte seine Funktion in Wien fortsetzen, ebenso Werner Herics im Burgenland. Markus Klement aus Vorarlberg äußerte sich nicht zum laufenden Verfahren. Von Esther Mitterstieler (Tirol), Klaus Obereder (Oberösterreich) und Alexander Hofer (Niederösterreich) gab es keine Stellungnahmen. Hofer werden zudem Ambitionen auf eine Führungsfunktion in der ORF-Zentrale nachgesagt.

Entscheidung erst im August

Die Bestellung der vier zentralen Direktoren und der neun Landesdirektoren war ursprünglich für den 21. Juli vorgesehen. Um einen ordnungsgemäßen und gesetzeskonformen Auswahlprozess sicherzustellen, wurde der Termin auf den 11. August verschoben. Pig wird bei der Auswahl von zwei externen Personalberatern aus Deutschland und der Schweiz unterstützt. Gemeinsam sollen sie für jede Position eine Shortlist erstellen und Bewerbungsgespräche führen. Anschließend legt der designierte Generaldirektor seine Personalvorschläge dem ORF-Stiftungsrat zur Bestellung vor. Nach eigenen Angaben will Pig bei der Besetzung der Führungspositionen auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis achten. Zudem sollen die Bewerber unter anderem zu ihrer Identifikation mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag sowie zu Programmgrundsätzen wie Objektivität, Meinungsvielfalt und Achtung der Menschenwürde befragt werden.

(PA/red)

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