ProSiebenSat.1 will an Inhalten festhalten
ProSiebenSat.1-Chef Marco Giordani sieht unter dem neuen Mehrheitseigner MFE keine Veränderungen bei den Inhalten des Medienkonzerns.
Unter der neuen italienischen Mehrheitseigentümerin MediaForEurope (MFE) werden sich die Inhalte von ProSiebenSat.1 nach Angaben von ProSiebenSat.1-Chef Marco Giordani nicht verändern. Das erklärte er in einem Interview mit „Breaking Media“ auf Joyn und Puls 4. Das vollständige Interview wird heute Abend ausgestrahlt. Vorab wurden bereits Auszüge veröffentlicht. Zu ProSiebenSat.1 gehören in Österreich unter anderem Puls 4, Puls24, ATV und ATV2.
Lokale Steuerung der Inhalte
Giordani betonte, dass die Inhalte innerhalb der MFE-Gruppe weiterhin eigenständig in den jeweiligen Landesgesellschaften gesteuert werden. So seien für spanischsprachige Inhalte Teams in Spanien zuständig, in Italien italienische Teams und in Deutschland deutsche Teams. Auch in Österreich seien entsprechende Manager für den lokalen Markt verantwortlich.
Europäische Zusammenarbeit
Mit Blick auf die europäische Strategie des Konzerns verwies Giordani auf die Bedeutung der Zusammenarbeit in Bereichen wie Technologie, Daten und Werbung. Dadurch stünden finanzielle Mittel zur Verfügung, um weiterhin in Inhalte investieren zu können. Gleichzeitig warnte er davor, dass lokale Anbieter ohne stärkere Bündelung von Ressourcen mögliche Umsatzrückgänge hinnehmen müssten, was sich negativ auf Investitionen in Inhalte auswirken könne.
Inhalte und Wettbewerb im Medienmarkt
Giordani bezeichnete Inhalte als zentralen Wettbewerbsfaktor. Die Herausforderung bestehe darin, möglichst viele Zuschauer und Nutzer zu erreichen. Inhalte müssten so gestaltet werden, dass sie vom Publikum angenommen werden. Lokale Inhalte seien dabei ein wesentlicher Vorteil gegenüber großen Technologiekonzernen. Besonders wichtig sei zudem die Informationsberichterstattung, die sowohl gesellschaftlichen Mehrwert biete als auch zur Zuschauerbindung beitrage.
Künstliche Intelligenz im Nachrichtenbereich
Im Bereich der Nachrichten sieht Giordani größere Veränderungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Diese werde die Informationsvermittlung stärker beeinflussen als andere Inhalte. Künftig werde es wichtiger sein, Nachrichten einzuordnen, zu kommentieren und zu interpretieren, anstatt sie lediglich bereitzustellen.
Strategische Ausrichtung von MFE
Die von der Familie des 2023 verstorbenen italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte MFE hat nach eigenen Angaben das Ziel, das Geschäft von ProSiebenSat.1 stärker auf das Kerngeschäft Fernsehen auszurichten und die Schulden des Konzerns zu reduzieren. Der Anteil an ProSiebenSat.1 wurde seit 2019 ausgebaut, im vergangenen Jahr übernahm MFE die Kontrolle über den bayerischen Medienkonzern.
(APA/red)
