Stadt Wien investiert in Medienförderung

Die Stadt Wien stellt ein neues Förderpaket in der Höhe von sechs Millionen Euro zur Unterstützung der heimischen Medienbranche bereit.

09.06.2026 11:49
red04
© APA/HELMUT FOHRINGER
Die Medienförderung soll ein Beitrag zur Stabilisierung des Standorts Wien sein.

Die Stadt Wien will die heimische Medienbranche mit einem neuen Förderpaket unterstützen. Insgesamt sechs Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in unterschiedliche Programme fließen, die Mediengründungen, Innovationsprojekte und Kooperationen stärken sollen. Hintergrund sind wirtschaftliche Herausforderungen in der Branche und ein zunehmender Strukturwandel im Journalismus.

Vier Förderschienen geplant

Die neue Medienförderung basiert auf vier zentralen Säulen. Bestehende Programme werden erweitert, zusätzlich kommen neue Förderinstrumente hinzu.

Die erste Schiene richtet sich an Mediengründer („Medienstart“). Gefördert werden sollen innovative Projekte und Unternehmensgründungen im Medienbereich. Einzelprojekte können mit bis zu 10.000 Euro unterstützt werden, mit zusätzlichen Boni für weiblich geführte Projekte.

Die zweite Säule („Medienprojekt“) soll bestehende Wiener Medienunternehmen bei der Weiterentwicklung ihrer Angebote unterstützen. Im Fokus stehen digitale Transformation, Innovation und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Pro Projekt sind Förderungen von bis zu 150.000 Euro vorgesehen.

Neu eingeführt wird die Förderschiene „Medienkooperation“. Diese soll größere, auch internationale Kooperationsprojekte ermöglichen. Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für den Medienmarkt, etwa durch länderübergreifende journalistische Projekte oder Plattformen. Förderungen können hier bis zu 500.000 Euro betragen.

Als vierte Komponente ist der sogenannte „Vienna Media Hub“ geplant. Dabei handelt es sich um einen gemeinsamen Standort für Medienunternehmen und Start-ups mit 25 bis 30 Arbeitsplätzen, der teilweise gefördert zur Verfügung gestellt werden soll.

Zielsetzung der Politik

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) verwies bei der Präsentation auf die angespannte Lage der Branche. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien rund 2.000 journalistische Arbeitsplätze verloren gegangen, gleichzeitig sei die Zahl arbeitsloser Journalisten zuletzt deutlich gestiegen. Die Medienförderung sei daher ein Beitrag zur Stabilisierung des Standorts Wien. Zudem wurde betont, dass eine vielfältige Medienlandschaft als wichtiges Element demokratischer Öffentlichkeit gesehen werde und auch als Gegenmodell zu Desinformation dienen solle.

(red)

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