Digitale Souveränität wird zum Schlüsselthema
Eine aktuelle Studie zeigt: Österreichs Unternehmen sind stark digital abhängig – und sehen digitale Souveränität als entscheidend für Zukunft, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.

Die österreichische Wirtschaft befindet sich laut der aktuellen A1 Telekom Austria Business Studie 2026 in einem tiefgreifenden Wandel. Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Integral Markt- und Meinungsforschung wurde untersucht, wie stark Unternehmen bereits heute von digitalen Technologien abhängig sind – und welche Bedeutung digitale Souveränität künftig spielt.
Das Ergebnis zeigt eine klare Tendenz: 77 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich bereits heute als stark oder eher abhängig von digitalen Technologien. Nur ein sehr kleiner Teil gibt an, kaum oder gar nicht davon betroffen zu sein. Gleichzeitig rechnet fast die Hälfte der Unternehmen damit, dass diese Abhängigkeit in den kommenden zwölf Monaten weiter zunimmt.
Damit rückt das Thema digitale Souveränität zunehmend in den Mittelpunkt unternehmerischer Strategien. Sie wird nicht mehr nur als IT-Frage betrachtet, sondern als zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit. 70 Prozent der Unternehmen bewerten sie als wichtig, rund 40 Prozent sogar als sehr wichtig. Besonders deutlich zeigt sich die Relevanz im Hinblick auf Innovation und Stabilität: Die große Mehrheit sieht darin einen entscheidenden Faktor für die langfristige Entwicklung des eigenen Unternehmens.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Viele Unternehmen haben bereits KI-Strategien umgesetzt oder befinden sich in der Planungsphase, während ein Teil der Betriebe noch keinen unmittelbaren Bedarf erkennt.
Parallel dazu entwickeln zahlreiche Unternehmen konkrete Strategien zur Stärkung ihrer digitalen Unabhängigkeit. Dazu zählen Kooperationen mit europäischen Anbietern, der verstärkte Einsatz von Open-Source-Technologien sowie der Ausbau eigener digitaler Kompetenzen. Gleichzeitig stehen sie vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel, begrenzten Budgets und bestehenden Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern.
Auch der Einsatz von Cloud-Technologien ist weit verbreitet, wird jedoch zunehmend kritisch betrachtet. Viele Unternehmen äußern Bedenken hinsichtlich Datenschutz und IT-Sicherheit. Besonders sensibel ist dabei die Frage, wo Unternehmensdaten gespeichert werden – ein Wechsel des Anbieters wird von vielen in Betracht gezogen, wenn Daten außerhalb der Europäischen Union verarbeitet werden.
Als technologische Antwort setzt A1 Telekom Austria auf einen Hybrid-Cloud-Ansatz, der verschiedene Infrastrukturen kombiniert. Dazu gehören lokale Rechenzentren, europäische Cloud-Lösungen wie Exoscale sowie internationale Anbieter. Ziel ist es, Unternehmen mehr Kontrolle über ihre Daten zu geben und gleichzeitig Flexibilität und Innovationsfähigkeit zu erhalten.
Insgesamt zeigt die Studie, dass digitale Souveränität für österreichische Unternehmen zu einem strategischen Kernthema geworden ist – mit direktem Einfluss auf Sicherheit, Unabhängigkeit und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.
APA/Red.