Sammelklage gegen Meta und TikTok in Mailand
In Italien hat die erste europäische Sammelklage zum Schutz von Minderjährigen auf Social-Media-Plattformen begonnen.
Vor einem Gericht in Mailand hat die erste Anhörung in einem Verfahren gegen Meta und TikTok stattgefunden. Die Klage wurde vom italienischen Elternverband MOIGE gemeinsam mit mehreren Familien eingebracht und richtet sich gegen die Nutzung sozialer Netzwerke durch Minderjährige.
Den Betreibern von Facebook, Instagram und TikTok wird vorgeworfen, Kinder im Alter zwischen sieben und 14 Jahren nicht ausreichend vor der illegalen Nutzung der Plattformen zu schützen. Laut Klägerseite seien in Italien rund 3,5 Millionen Minderjährige betroffen.
Im Mittelpunkt der ersten Anhörung standen Fragen zur Zuständigkeit italienischer Gerichte sowie zur Dauer des Verfahrens. Die Anwälte von Meta und TikTok bestritten die Zuständigkeit der italienischen Justiz bei der Bewertung der Geschäftspraktiken der Plattformen. Zudem wandten sie sich gegen neue Unterlagen der Kläger, wonach die Unternehmen bereits seit längerer Zeit über mögliche negative Auswirkungen ihrer Algorithmen auf Minderjährige informiert gewesen seien.
Die Vertreter des Elternverbands argumentierten hingegen, dass Fragen des Kinder- und Gesundheitsschutzes klar in die Zuständigkeit italienischer Gerichte fallen würden. Gleichzeitig forderten sie ein rasches Verfahren, da jeder weitere Aufschub zusätzlichen Schaden für betroffene Kinder verursache.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Fall durch ein jüngstes Urteil in den USA: Dort wurde Meta in einem Verfahren im Bundesstaat New Mexico wegen unzureichenden Schutzes Minderjähriger auf Facebook, Instagram und WhatsApp zu Schadenersatz in Millionenhöhe verurteilt. Das Unternehmen kündigte bereits Berufung an.
APA/Red.