Investoren hinterfragen KI-Strategie
Debatte über Geschäftsmodell und Zukunft klassischer Unternehmenssoftware.
Auf der Hauptversammlung des Softwarekonzerns SAP stand die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt kritischer Nachfragen. Vertreter von Investoren äußerten Zweifel an der langfristigen Ausrichtung des Unternehmens. So stellte Christiane Hölz von der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz die Frage nach den künftigen Einnahmequellen, während Linus Vogel der KI-Strategie fehlende Klarheit attestierte.
SAP plant, seine Preisstruktur stärker an der Nutzung von KI auszurichten. Hintergrund ist, dass automatisierte Prozesse die Zahl der klassischen Nutzer reduzieren könnten. Laut Vorstandschef Christian Klein basiert bereits ein Großteil der Cloud-Erlöse auf nutzungsabhängigen Modellen – ein Trend, der sich weiter verstärken soll.
Befürchtungen, KI könnte klassische Unternehmenssoftware verdrängen, wies das Unternehmen zurück. Auch Experten wie Marcel Tietjen halten solche Szenarien für überzogen. Komplexe Geschäftsprozesse und regulatorische Anforderungen ließen sich nicht ohne Weiteres durch KI-basierte Lösungen ersetzen.
Auslöser der Debatte waren unter anderem neue Entwicklungen beim KI-Anbieter Anthropic, der Erweiterungen für sein Sprachmodell Claude vorgestellt hatte. Diese hatten Spekulationen über mögliche Veränderungen im Markt für Unternehmenssoftware angeheizt und zeitweise zu Kursverlusten bei SAP und anderen Anbietern geführt.
APA/Red.
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