Streamingdienste setzen wieder stärker auf wöchentliche Folgen
Immer mehr Anbieter verabschieden sich vom klassischen Bingewatching und veröffentlichen Serien wieder schrittweise – vor allem aus wirtschaftlichen Gründen.
Streamingplattformen verändern zunehmend ihre Veröffentlichungsstrategien. Statt ganze Staffeln auf einmal bereitzustellen, setzen viele Anbieter wieder auf wöchentliche Episoden oder gestaffelte Veröffentlichungen.
Das ursprünglich durch Streaming populär gewordene Bingewatching – also das Anschauen mehrerer Folgen am Stück – hatte besonders in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Serien konnten jederzeit und ohne Unterbrechung konsumiert werden, was das Nutzungsverhalten stark prägte.
Inzwischen kehren jedoch mehrere große Anbieter teilweise zum klassischen Veröffentlichungsrhythmus zurück. Neue Staffeln werden in Etappen veröffentlicht oder einzelne Episoden im Wochenabstand freigeschaltet.
Experten sehen darin vor allem wirtschaftliche Gründe. Da Streamingdienste meist monatlich kündbar sind, können längere Veröffentlichungszeiträume dazu beitragen, Abonnements stabil zu halten. Gleichzeitig bleibt eine Serie länger im Gespräch, insbesondere in sozialen Netzwerken und Online-Communitys.
Auch für Marketing und Zuschauerbindung bietet das Modell Vorteile, da jede neue Folge zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt. Besonders bei Reality-Formaten wird diese Strategie gezielt eingesetzt.
Für das Publikum hat die Entwicklung unterschiedliche Auswirkungen. Einerseits entsteht wieder mehr Spannung durch das Warten auf neue Folgen, andererseits entfällt die Möglichkeit, Serien vollständig am Stück anzusehen.
Ob sich das Modell langfristig durchsetzt, ist offen. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass beide Veröffentlichungsformen künftig parallel bestehen bleiben werden.
APA/Red.