Regierung prüft Altersgrenze für Social Media
Wie schon in anderen Ländern, ist nun auch in Österreich ein Verbot sozialer Medien für Kinder unter 14 Jahren ab dem kommenden Schuljahr geplant.
Österreich plant ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 14 Jahren. Wie das „Ö1-Morgenjournal“ am Dienstag unter Berufung auf Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) berichtete, soll das Verbot mit Beginn des neuen Schuljahres in Kraft treten. Hintergrund seien laufende Prüfungen zur technischen Umsetzung, die noch bis Herbst 2026 abgeschlossen sein sollen, erklärte Pröll.
Experten sollen Konzept erarbeiten
In einem ersten Schritt sollen Experten unter Einbindung der Parteien ein detailliertes Konzept ausarbeiten. Pröll verwies dabei auf das australische Vorbild, wo die Verantwortung für die Alterskontrolle bei den Plattformen liegt. Seit Dezember 2025 gilt dort eine Altersgrenze von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Medien. Die Koalitionspartner NEOS äußern Widerstand gegen das australische Modell. Henrike Brandstötter, Mediensprecherin der NEOS, erklärte: „Wir sehen ja in den USA, was passiert, wenn Tech-Oligarchen Daten sammeln und die Politik verwendet sie dann als Waffe gegen die Bürger.“ Die Partei warte lieber auf eine Weiterentwicklung der ID-Austria im Rahmen der EU, die frühestens 2027 möglich sei. Pröll wies jedoch darauf hin, dass die Umsetzung in anderen europäischen Ländern unterschiedlich schnell erfolgen könnte. Daher plädiere er dafür, bereits jetzt an einem nationalen Konzept zu arbeiten.
Europäische Initiative für Altersgrenzen
Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich bereits beim Gipfel Ende Oktober für Altersgrenzen ausgesprochen, um Minderjährige im digitalen Raum zu schützen. Das Europäische Parlament forderte ein Mindestalter von 13 Jahren für soziale Medien, Videoplattformen und KI-Freunde. Ein Initiativbericht verlangt von der EU-Kommission, bis Ende 2026 eine entsprechende Altersgrenze festzulegen. Pröll betonte, dass auch er eine europäische Lösung bevorzuge, jedoch nicht länger warten wolle. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) hatte zuletzt Ende 2025 für eine europäische Regelung genannt. Sollte dies nicht möglich sein, sei eine nationale Regelung nötig. Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) hatte sich ebenfalls für ein Verbot noch in diesem Jahr ausgesprochen.
(APA/red)