Weißmann tritt als ORF-Generaldirektor zurück
Nach Vorwürfen einer Mitarbeiterin hat ORF-Generaldirektor Roland Weißmann seinen sofortigen Rücktritt erklärt.
Der Generaldirektor des ORF, Roland Weißmann, ist mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion zurückgetreten. Darüber informierte er am gestrigen Sonntag den Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer, sowie dessen Stellvertreter Gregor Schütze.
Vorwürfe einer Mitarbeiterin
Auslöser für den Rücktritt sind Vorwürfe der sexuellen Belästigung im Jahr 2022, die eine ORF-Mitarbeiterin in den vergangenen Tagen gegenüber Weißmann erhoben hat. Der bisherige Generaldirektor weist die Anschuldigungen zurück. Trotz der Zurückweisung sei eine rasche und transparente Aufklärung erforderlich, erklärten Lederer und Schütze. Diese solle in enger Zusammenarbeit mit der Compliance-Stelle des ORF erfolgen. Vorrang habe dabei der Schutz der betroffenen Person. Gleichzeitig dankten die beiden Weißmann für seine Verdienste während seiner rund 30-jährigen Tätigkeit beim ORF.
Ingrid Thurnher soll interimistisch übernehmen
Die Sitzungen des ORF-Stiftungsrats in dieser Woche sollen wie geplant stattfinden. Bereits in der Plenarsitzung am Donnerstag wollen Lederer und Schütze vorschlagen, die derzeitige Hörfunkdirektorin Ingrid Thurnher mit der vorläufigen Führung der Geschäfte des Generaldirektors zu betrauen. Thurnher verfüge über langjährige Erfahrung in leitenden redaktionellen Funktionen und sei seit mehr als vier Jahren Mitglied des Direktoriums.
Stiftungsrat kündigt rasche Schritte an
Lederer betonte, es liege in der Verantwortung des Stiftungsrats, rasch Maßnahmen zu setzen, um die Vorwürfe transparent und konsequent zu klären. Gleichzeitig müsse eine reibungslose Fortführung der Geschäftsführung sichergestellt werden. Mit der vorgeschlagenen interimistischen Leitung durch Thurnher sei dies gewährleistet. Auch Schütze erklärte, der Stiftungsrat wolle mit seinem Vorgehen zeigen, dass er auch in schwierigen Situationen besonnen handle. Thurnher werde den ORF mit ihrer Erfahrung durch die aktuelle Phase führen. Am geplanten Verfahren zur Neubestellung der ORF-Geschäftsführung für die Funktionsperiode ab 1. Jänner 2027 soll sich laut Stiftungsrat nichts ändern.
(PA/red)
