Warner Bros weist neues Paramount-Angebot zurück

Der US-Unterhaltungskonzern Warner Bros weist Paramounts Kaufversuch zurück, verweist aber auf mögliche Nachverhandlungen.

17.02.2026 16:42
red04
© Adobe Stock
Die Warner-Eigner sollen am 20. März über den Netflix-Deal abstimmen, schließen Paramount aber vorerst nicht aus.

Der US-Unterhaltungskonzern Warner Bros Discovery hat das überarbeitete Übernahmeangebot von Paramount Skydance zurückgewiesen. Das Unternehmen teilte am heutigen Dienstag mit, dass Paramount sieben Tage Zeit erhalte, das Offert erneut anzupassen. Zuletzt hatte Paramount einen Kaufpreis von 31 US-Dollar (26,15 Euro) je Aktie vorgeschlagen.

Keine Garantie für Fusion

Die Frist bis zum 23. Februar für ein weiteres Angebot bedeute nicht, dass eine Fusion tatsächlich zustande komme, betonten Warner-Verwaltungsratsvorsitzender Samuel DiPiazza Jr. und Konzernchef David Zaslav in einem Schreiben an Paramount. Sie bekräftigten die Empfehlung für die geplante Transaktion mit Netflix, die derzeit bei 27,75 US-Dollar je Warner-Aktie liegt. Ein höheres Gegengebot von Paramount könnte von Netflix angeglichen werden.

Paramount-Offerte mehrfach abgelehnt

Warner hat die Avancen von Paramount bereits mehrfach abgelehnt, obwohl das Gebot etwa 25 Milliarden US-Dollar über dem Netflix-Angebot liegt. Begründet wurde die Ablehnung unter anderem mit der unsicheren Finanzierung der Transaktion. Paramount kritisierte Warner seinerseits dafür, nicht ernsthaft über einen Zusammenschluss zu verhandeln. Vergangene Woche hatte Paramount den Warner-Aktionären zusätzliche Zahlungen angeboten: Für jedes Quartal, das ein Deal hinausgezögert werde, sollte ein Aufschlag von 0,25 US-Dollar je Aktie gezahlt werden. Zudem wollte Paramount die 2,8 Milliarden US-Dollar Vertragsstrafe übernehmen, die Warner bei einem Scheitern der Fusion mit Netflix zahlen müsste.

Analysten warnen vor Verzögerungen

Analyst Paolo Pescatore vom Research-Haus PP Foresight warnte, dass die Zeit für Paramount knapp werde. „Es ist in niemandes Interesse, wenn sich diese Sage weiter hinzieht“, sagte er. Die Aktien von Warner stiegen heute im vorbörslichen Handel um knapp drei Prozent, Paramount-Aktien legten vier Prozent zu, während die Papiere von Netflix unverändert blieben. Die Warner-Eigner sollen am 20. März über den Netflix-Deal abstimmen. Bis dahin sollen die TV-Aktivitäten des Konzerns in eine börsennotierte Gesellschaft ausgegliedert werden. Netflix zeigt dabei kein Interesse an Sendern wie CNN. Warner Bros hält zudem die Rechte an Filmklassikern wie Casablanca, der Harry Potter-Reihe oder der TV-Serie Game of Thrones.

(APA/red)

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