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Trump will erstmals zu Medien-Galadinner

Nach jahrelangem Boykott kündigt der US-Präsident seine Teilnahme am Dinner der White House Correspondents’ Association an.

03.03.2026 9:16
red04
© Julia Demaree Nikhinson / AP / picturedesk.com
US-Präsident Donald Trump.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, erstmals am traditionellen Galadinner der White House Correspondents’ Association (WHCA) teilzunehmen. Die Veranstaltung, die üblicherweise im Frühjahr in Washington stattfindet, bringt seit Jahrzehnten Vertreter aus Politik, Medien und Gesellschaft zusammen. Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, er habe das Dinner in der Vergangenheit boykottiert, da ihn die Presse seit Beginn seiner ersten Amtszeit „außerordentlich schlecht“ behandelt habe. Nun wolle er die Einladung annehmen.

Jubiläum der Vereinigten Staaten

Zur Begründung führte Trump den bevorstehenden 250. Geburtstag der Vereinigte Staaten von Amerika an. Zudem schrieb er, angesichts der Tatsache, dass die Korrespondenten nun einräumten, er sei „einer der größten Präsidenten in der Geschichte unseres Landes“, sei es ihm eine Ehre, teilzunehmen. Weitere Details zu seinem Meinungswandel nannte er nicht. Die WHCA begrüßte die Entscheidung. Man freue sich, dass der Präsident die Einladung angenommen habe, teilte die Vereinigung mit.

Mehr als ein Jahrhundert Tradition

Das Dinner der im Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten wird seit über 100 Jahren ausgerichtet. In der Regel gilt der amtierende Präsident als Stargast. Trump hatte bisher jedoch weder während seiner ersten noch in seiner zweiten Amtszeit an der Veranstaltung teilgenommen. Der Vorsitzende der Vereinigung, Eugene Daniels, hatte im vergangenen Jahr betont, die Einladung an den Präsidenten solle daran erinnern, warum eine starke vierte Gewalt für die Demokratie unerlässlich sei. Zu den Gästen zählen neben Journalisten üblicherweise zahlreiche hochrangige Politiker sowie einflussreiche Akteure aus dem politischen Umfeld der US-Hauptstadt.

Eingriffe in die Arbeit der Korrespondenten

Im vergangenen Jahr kam es zu Spannungen zwischen der Regierung und der Reportervereinigung. Mitte April schränkte das Weiße Haus den Zugang von Nachrichtenagenturen zum sogenannten Korrespondenten-Pool ein. Diese ausgewählte Gruppe begleitet den Präsidenten bei öffentlichen Terminen und teilt ihre Informationen mit anderen Medien. Traditionell wird der Pool von der WHCA zusammengestellt. Zuvor war die US-Nachrichtenagentur Associated Press von Veranstaltungen im Oval Office ausgeschlossen worden. Auch nach einer anderslautenden richterlichen Anweisung blieb es bei dieser Praxis. Hintergrund war die Weigerung der Agentur, in ihrer Berichterstattung die von Trump verfügte Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf von Amerika“ zu übernehmen.

Bevorzugung wohlgesonnener Medien

Darüber hinaus setzt die Regierung verstärkt auf Berichterstatter, die ihr nahestehen. Regelmäßig werden rechte Influencer als Vertreter sogenannter neuer Medien zu Veranstaltungen eingeladen. Diese erhalten dort häufig die Möglichkeit, die erste Frage zu stellen. Zudem geht Trump juristisch gegen aus seiner Sicht missliebige Berichterstattung vor. Auch im Verteidigungsministerium mussten mehrere große US-Medien ihre festen Arbeitsplätze räumen.

(APA/red)

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