Transformationsfonds für Medien zeigt Wirkung
Der Fonds zur Förderung der digitalen Transformation stärkt laut Evaluation die heimischen Medien, obwohl die Mittel fast erschöpft sind.
Mit einem Volumen von 134 Millionen Euro für den Zeitraum seit 2022 unterstützt der Fonds zur Förderung der digitalen Transformation heimische Medien bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. Ziel ist es, Medienhäuser zu entlasten, die unter dem Druck abwandernder Werbekunden sowie sinkender Reichweiten und Abonnentenzahlen stehen. Eine aktuelle Evaluation zeigt, dass der Fonds bereits positive Effekte auf Reichweiten und digitale Abonnements erzielt, gleichzeitig aber die verfügbaren Mittel fast erschöpft sind.
Evaluation bestätigt Wirkung
Der Fonds ist beim Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien) angesiedelt. Im Auftrag der RTR führte das Berliner Beratungs- und Forschungsunternehmen Goldmedia eine umfassende Evaluierung durch, deren Ergebnisse am heutigen Donnerstag veröffentlicht wurden. Die Untersuchung basierte auf einer Online-Befragung der Fördernehmenden. Bis einschließlich 2026 wurden insgesamt 764 Projekte gefördert. Die Mehrheit der Unternehmen gab an, dass die geförderten Projekte zu steigenden Nutzungszahlen auf ihren digitalen Plattformen beigetragen haben und dass sie auch positive Auswirkungen auf digitale Abonnements erkennen. Darüber hinaus berichteten viele Fördernehmer, dass die Unterstützung dazu beiträgt, redaktionelle und technische Arbeitsplätze zu sichern und neue Qualifikationen im digitalen Journalismus aufzubauen.
Mittelstand nahezu aufgebraucht
Bereits während des Evaluierungszeitraums von 2022 bis 2025 erhielten Medienhäuser insgesamt 110 Millionen Euro aus dem Fonds, während sie zusätzliche 133 Millionen Euro aus eigenen Mitteln in die Projekte investierten. Für das Förderjahr 2027 steht inzwischen nur noch ein niedriger, einstelliger Millionenbetrag zur Verfügung, was eine Anpassung der Förderrichtlinien erfordern würde, um die Förderung fortsetzen zu können
Herausforderungen im digitalen Medienmarkt
Trotz der positiven Rückmeldungen weist RTR Medien-Geschäftsführer Wolfgang Struber darauf hin, dass die digitalen Geschäftsmodelle der geförderten Medien noch nicht die zentralen Ergebnisse liefern, die für eine langfristige Absicherung des Mediensystems notwendig wären. Die Studie stellt zudem infrage, ob der österreichische Medienmarkt angesichts begrenzter Ertragsmargen, abfließender Werbegelder, schneller Innovationszyklen – besonders im Zusammenhang mit KI – und strukturellem Wettbewerbsdruck die digitale Transformation aus eigener Kraft bewältigen kann.
Forderung nach langfristiger Absicherung
Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) betont, dass der Fonds ein wesentliches Instrument zur Sicherung des heimischen Medienstandorts ist. VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger forderte daher eine schnelle Aufstockung der finanziellen Mittel und eine Verlängerung der Förderperiode über 2027 hinaus, um die Ziele des Instruments dauerhaft zu sichern.
(APA/red)

