Sony rechnet mit höherem operativem Gewinn
Sony hebt nach einem starken Weihnachtsquartal seine Gewinnprognose auf 1,54 Billionen Yen an, angetrieben vom Musik- und Gaminggeschäft.
Der japanische Unterhaltungskonzern Sony hat nach einem überraschend guten Weihnachtsquartal seine operative Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr erneut nach oben korrigiert. Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern nun ein operatives Ergebnis von 1,54 Billionen Yen (rund 8,3 Milliarden Euro). Bisher hatte das Management 1,43 Billionen Yen veranschlagt. Insbesondere das Musikgeschäft dürfte die Erwartungen übertreffen.
Umsatzsteigerung dank PlayStation-Sparte
Auch die Umsatzerwartungen haben sich verbessert, vor allem aufgrund der erfolgreichen Gamingsparte rund um die PlayStation-Konsole. Im dritten Quartal erzielte Sony ein überraschend starkes Tagesgeschäftsergebnis. Die Aktie reagierte zunächst positiv, konnte den Anstieg jedoch nicht halten und bewegte sich letztlich kaum vom Ausgangspunkt. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits rund 16 Prozent an Wert verloren.
Steigende Hardwarekosten
Grund für die Zurückhaltung der Anleger sind unter anderem die erwarteten höheren Kosten für Hardware. Die Preise für Speicherchips ziehen an, was die Margen im wichtigsten Geschäftsfeld des Konzerns – der PlayStation-Sparte – belasten könnte. Steigende Kosten könnten Sony dazu zwingen, die Preise für die Konsole anzuheben oder niedrigere Gewinne hinzunehmen. Hintergrund ist eine derzeit hohe Nachfrage nach Chips, insbesondere für Rechenzentren im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), die vor allem in den USA massiv ausgebaut werden.
Neue Spiele tragen zum Umsatz bei
Im dritten Quartal stieg der Umsatz in den fortgeführten Geschäftsbereichen um ein Prozent auf 3,7 Billionen Yen. Währungsbereinigt wäre der Umsatz jedoch um zwei Prozent gesunken. Die Gamingsparte profitierte von neuen Titeln der Reihen „Battlefield“ und „Call of Duty“, die von externen Entwicklern stammen. Auch das von Sony selbst entwickelte Spiel „Ghost of Yotei“ trug zu höheren Softwareerlösen bei, während das Hardwaregeschäft weiterhin Verluste verzeichnete.
Gewinn steigt deutlich
Das operative Ergebnis des Konzerns legte im Quartal um 22 Prozent auf 515 Milliarden Yen zu. Positiv wirkten neben buchhalterischen Effekten aus der Abspaltung der Finanzdienstleistungssparte auch die besseren Ergebnisse im Bereich Kamerasensoren. Diese werden nicht nur in Sony-Smartphones, sondern auch in iPhones von Apple eingesetzt. Unter dem Strich stieg der Gewinn um elf Prozent auf 377 Milliarden Yen.
Vielfältige Geschäftsbereiche
Der hohe Gewinn von Sony zeigt, wie breit der Konzern aufgestellt ist. Sony ist gleichzeitig in Musik, Film, Videospielen, Streamingdiensten und Hardware aktiv. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass Schwankungen in einem Bereich durch Erträge in anderen ausgeglichen werden können. Gerade die Kombination aus eigenen Inhalten, Partnerproduktionen und digitalen Angeboten trägt entscheidend dazu bei, dass Sony trotz steigender Kosten im Hardwaregeschäft weiterhin solide Ergebnisse erzielen kann.
(red)