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RTL meldet Sky-Übernahme bei EU-Kommission an

Die Europäische Kommission prüft derzeit, ob die geplante Fusion von RTL und Sky Deutschland den Wettbewerb im deutschsprachigen Raum beeinträchtigt.

02.03.2026 12:30
red04
© Adobe Stock
Mit der Sky-Übernahme möchte RTL seine Position im umkämpften Medien- und Streamingmarkt stärken.

Der Kölner Medienkonzern RTL hat die geplante Übernahme des Bezahlsenders Sky Deutschland offiziell bei der Europäischen Kommission zur wettbewerbsrechtlichen Prüfung eingereicht. Damit beginnt der formale Genehmigungsprozess durch die EU‑Behörde, bevor der milliardenschwere Deal abgeschlossen werden kann.

RTL will Sky Deutschland übernehmen

Schon im Sommer 2025 hatte die RTL Group angekündigt, Sky Deutschland vom US-Konzern Comcast kaufen zu wollen. Betroffen sind die Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie angrenzende Märkte wie Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol. Mit der Übernahme möchte RTL seine Position im umkämpften Medien- und Streamingmarkt stärken und sich im deutschsprachigen Raum gegen internationale Anbieter wie Netflix oder Amazon Prime Video behaupten. Zusammen kämen die Plattformen RTL+ und Sky auf rund 11,5 Millionen zahlende Abonnenten, was den Konzern zu einem der größten lokalen Anbieter machen würde.

EU-Kommission prüft Wettbewerb

Die Anmeldung bei der EU-Kommission löst die sogenannte Phase-I-Prüfung aus. Dabei untersucht die Behörde, ob die Fusion den Wettbewerb im europäischen Wirtschaftsraum einschränken könnte. Für diese erste Prüfung gibt es eine Frist bis Anfang April 2026. Die Kommission kann den Deal entweder ohne Auflagen genehmigen, Bedingungen stellen oder die Prüfung auf Phase II ausweiten, falls wettbewerbsrechtliche Bedenken bestehen. RTL zeigt sich zuversichtlich, dass die Zustimmung erfolgen und der Zusammenschluss noch im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden kann.

Bedeutung für Markt und Zuschauer

Sky Deutschland ist unter anderem für seine Rechte an der Fußball-Bundesliga und der Formel 1 bekannt. In Kombination mit RTLs bestehenden Angeboten könnte das zu einer starken Marktposition im Bereich Sport- und Unterhaltungsrechte führen. Kritiker befürchten, dass eine größere Konzentration von Medienangeboten den Wettbewerb und die Vielfalt im Markt beeinträchtigen könnte. Befürworter sehen darin dagegen eine Chance, lokales Streaming- und TV-Geschäft gegenüber internationalen Plattformen zu stärken. Die EU-Prüfung soll klären, welche Risiken tatsächlich bestehen.

(red)

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