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Prinz Harry scheitert mit Klage gegen Daily Mail

Der Rechtsstreit um mutmaßlich unrechtmäßige Informationsbeschaffung endet mit einer Niederlage für Prinz Harry.

08.07.2026 11:54
red04
© JUSTIN TALLIS / AFP
Die nun abgewiesene Klage war bereits Prinz Harrys drittes Verfahren dieser Art.

Der britische Prinz Harry und sechs weitere Kläger sind mit ihrer Klage gegen den Verlag der Boulevardzeitung Daily Mail gescheitert. Ein britischer Richter wies die Vorwürfe zurück, wonach Journalisten des Verlags über Jahre hinweg unrechtmäßige Methoden zur Informationsbeschaffung eingesetzt hätten. In einem schriftlichen Urteil mit 436 Seiten erklärte der Richter, die Kläger hätten die erhobenen Anschuldigungen nicht ausreichend beweisen können. Die Klage gegen den Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) wurde deshalb abgewiesen.

Harry spricht von fehlender Gerechtigkeit

Nach Bekanntwerden der Entscheidung äußerte sich Prinz Harry gemeinsam mit der Mitklägerin Doreen Lawrence. Er sprach von einer „offensichtlichen Vertuschung“, die ihn jedoch nicht überrascht habe. Ziel der Klage sei es gewesen, Gerechtigkeit zu erreichen, dieses Ziel sei nicht erreicht worden. Der Verlag hingegen bewertete das Urteil als deutlichen Erfolg. ANL sprach von einem „überwältigenden Sieg“ für die Daily Mail, ihre Journalisten und die Pressefreiheit.

Vorwürfe gegen Boulevardzeitung

Im Mittelpunkt des Verfahrens standen Anschuldigungen gegen Reporter der Daily Mail. Die Kläger warfen ihnen vor, über einen längeren Zeitraum illegale Methoden eingesetzt zu haben, um exklusive Geschichten zu erhalten. Zu den vorgebrachten Vorwürfen gehörten unter anderem das Abhören von Telefonaten und Sprachnachrichten sowie der Zugriff auf private Unterlagen. Der Verlag wies diese Anschuldigungen von Beginn an zurück. Neben Prinz Harry gehörten auch der Musiker Elton John und dessen Ehemann David Furnish zu den Klägern. Elton John hatte während des Verfahrens die angeblichen Vorgehensweisen des Verlags scharf kritisiert und als nicht mit grundlegenden Standards menschlichen Anstands vereinbar bezeichnet.

Aussage vor Gericht

Der Prozess begann im Jänner. Prinz Harry war persönlich nach London gereist und hatte vor Gericht ausgesagt. Dabei äußerte er sich auch zu den Auswirkungen der Berichterstattung auf sein Privatleben. Bei seiner Aussage kritisierte er insbesondere den Umgang der Presse mit seiner Ehefrau Herzogin Meghan. Zum Ende seiner Aussage reagierte er emotional und sprach über die Belastungen durch die Berichterstattung. Für Prinz Harry war die Klage nicht der erste rechtliche Schritt gegen britische Boulevardmedien. Seit seinem Rückzug aus dem engeren Kreis der britischen Königsfamilie im Jahr 2020 und seinem Umzug in die USA mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern geht er wiederholt juristisch gegen Medienunternehmen vor. Harry bezeichnet die britische Boulevardpresse als „Tabloid Press“ und will nach eigenen Angaben erreichen, dass mögliche unrechtmäßige Methoden der Berichterstattung aufgearbeitet werden. Die nun abgewiesene Klage war bereits sein drittes Verfahren dieser Art.

(APA/red)

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