Presserat rügt „Die ganze Woche“ wegen Leserbrief
Wegen eines menschenunwürdigen Vergleichs in einem Leserbrief hat der Presserat die Zeitschrift „Die ganze Woche“ gerügt.
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Der Österreichische Presserat hat die Zeitschrift Die ganze Woche wegen eines veröffentlichten Leserbriefs gerügt. Der im August erschienene Beitrag verglich invasive Tierarten mit der Zuwanderung von Menschen und stellte eine Gefährdung des heimischen „Bestands“ fest. Der Presserat bewertet den Vergleich als rassistisch und sieht einen Verstoß gegen Punkt 7 des Ehrenkodex für die österreichische Presse, der Pauschalverunglimpfung und Diskriminierung untersagt.
Meinungsfreiheit hat Grenzen
Nach Ansicht von Senat 3 ist die Gleichsetzung von zugewanderten Menschen mit invasiven Tierarten menschenunwürdig. Zwar sei die Meinungsfreiheit bei Kommentaren und Leserbriefen grundsätzlich weit auszulegen, in diesem Fall seien die Grenzen zur Diskriminierung jedoch eindeutig überschritten worden. Die Redaktion hätte den Leserbrief daher nicht zur Veröffentlichung auswählen sollen.
Beschwerde eines Lesers führte zum Verfahren
Das Verfahren wurde durch die Beschwerde eines Lesers ausgelöst. Der Presserat fordert Die ganze Woche nun auf, die Entscheidung freiwillig zu veröffentlichen. Die Medieninhaberin der Zeitschrift erkennt die Schiedsgerichtsbarkeit des Selbstkontrollorgans allerdings nicht an.
(APA/red)



