ZDF-Chef kritisiert Böhmermanns Satire
Vor dem Ende von „ZDF Magazin Royale“ im Dezember äußert sich ZDF-Intendant Norbert Himmler kritisch über Jan Böhmermanns Satire.
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ZDF-Intendant Norbert Himmler kritisiert die Entwicklung von Jan Böhmermanns Sendung „ZDF Magazin Royale“. Im Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit sagte er, das Format habe früher herausragende Sendungen hervorgebracht, sei zuletzt aber „vielleicht am Ende zu fanatisch geworden“. Auch den Umgang mit einzelnen Personen hält Himmler teilweise für unverhältnismäßig.
Kritik am Umgang mit Einzelpersonen
Als Beispiel nannte der ZDF-Chef einen Beitrag aus dem Jahr 2023 über einen sächsischen Imker. Böhmermann hatte diesem sogenanntes „Beewashing“ vorgeworfen, also die Vermarktung von Bienenpatenschaften als vermeintliches Engagement für den Umweltschutz. Der Imker reagierte mit einer satirischen Vermarktung seines Honigs unter Verwendung von Böhmermanns Namen und Bild. Ein anschließender Rechtsstreit ging zugunsten des Imkers aus. „Sich auf einen Bienenzüchter zu stürzen, ihn quasi zum Hauptgegenstand einer Sendung zu machen – das halte ich für unverhältnismäßig.“, sagte Himmler. Satire sollte sich seiner Ansicht nach mit Personen beschäftigen, die Verantwortung tragen, oder Missstände aufdecken. „Es darf aber nicht unfair sein.“
Ende der Sendung auf Böhmermanns Wunsch
Das „ZDF Magazin Royale“ wird am 18. Dezember nach mehr als sechs Jahren zum letzten Mal ausgestrahlt. Bereits im September hatte Böhmermann erklärt, dass die Entscheidung, das Format zu beenden, von ihm selbst ausgegangen sei. Himmler bestätigte das im Gespräch mit der Zeit. Der Sender habe mit dem Satiriker über Jahre hinweg intensiv über die Weiterentwicklung des Formats und dessen Rolle diskutiert. „Er hat den Schlussstrich aus Eigeninitiative gezogen.“ Böhmermann wolle sich neu erfinden. Dem Satiriker und dem Sender sei bewusst, welche Reaktionen die Sendung in den vergangenen Jahren ausgelöst habe – im positiven wie im negativen Sinn.
Unklare Tränen beim Abschied
Böhmermann hatte kürzlich in seinem Podcast „Fest & Flauschig“ erzählt, Himmler habe auf die Nachricht vom Ende der Sendung mit Tränen in den Augen reagiert. Der ZDF-Intendant ließ offen, wie diese Reaktion zu verstehen war. „Ja, ich stelle mir heute noch die Frage, ob das Erleichterungs- und Freudentränen waren – oder Tränen der Trauer“, sagte er.
(APA/red)