Meta missachtet laut Gericht Schutz von Kindern
Meta wurde in New Mexico verurteilt, weil das Unternehmen die Sicherheit von Kindern auf seinen Plattformen vernachlässigt haben soll.
In einem Prozess im US-Bundesstaat New Mexico haben Geschworene den Konzern Meta, Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und WhatsApp, für schuldig befunden. Der Vorwurf lautete, Minderjährige auf den Plattformen nicht ausreichend vor Risiken wie Online-Anmache, sexuellem Missbrauch und Menschenhandel geschützt zu haben. Das Urteil sieht eine Schadensersatzzahlung von über 375 Millionen Dollar vor und folgt auf einen sechswöchigen Prozess in Santa Fe. Die Geschworenen hatten am gestrigen Dienstag über den Fall beraten. Meta kündigte unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, Berufung einzulegen.
Vorwürfe der Generalstaatsanwaltschaft
Die Generalstaatsanwaltschaft von New Mexico hatte Meta vorgeworfen, bewusst die Sicherheit von Kindern zugunsten des Profits vernachlässigt zu haben. Generalstaatsanwalt Raúl Torrez bezeichnete das Urteil als einen „historischen Sieg für jedes Kind und jede Familie, die den Preis dafür gezahlt hat, dass Meta Profit über die Sicherheit von Kindern gestellt hat“. Torrez betonte, dass das Unternehmen interne Warnungen ignoriert und die Öffentlichkeit über die Risiken für Kinder getäuscht habe. Meta wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher erklärte: „Wir lehnen das Urteil respektvoll ab. Wir arbeiten hart daran, die Sicherheit der Menschen auf unseren Plattformen zu gewährleisten.“ Die Anklage hatte ursprünglich die höchstmögliche Geldstrafe von 5.000 Dollar pro betroffenen Minderjährigen gefordert. Schätzungen zufolge betrifft dies etwa 221.000 Kinder in New Mexico, was eine Gesamtsumme von rund 2,2 Milliarden Dollar ergeben hätte.
Ähnliche Verfahren in Kalifornien
Parallel dazu läuft in Los Angeles ein Modellprozess gegen Meta und YouTube. Hier geht es um den Vorwurf, dass die Plattformen bei Minderjährigen Social-Media-Sucht gefördert hätten. Geschädigt sei eine heute 20-jährige Frau, die angibt, als Minderjährige abhängig gemacht worden zu sein, was zu psychischen Problemen geführt habe. Die Geschworenen in Los Angeles taten sich nach über einer Woche Beratung schwer, ein Urteil zu fällen. Die vorsitzende Richterin Carolyn Kuhl forderte sie auf, ihre Beratungen fortzusetzen, da ohne Urteil neue Geschworene ausgewählt werden müssten, was zusätzliche Kosten verursache. Der Ausgang des New-Mexico-Prozesses könnte nun als Maßstab für tausende weitere Klagen dienen. Den Tech-Konzernen wird vorgeworfen, junge Nutzer abhängig gemacht zu haben, was zu Depressionen, Essstörungen, Klinikaufenthalten und in einigen Fällen zu Suiziden geführt haben soll.
(APA/red)

