Medien zwischen Hoffnung und Druck
Rund die Hälfte der Journalistinnen und Journalisten im DACH-Raum erwartet eine mögliche Rückkehr klassischer Medien – trotz wachsender Herausforderungen durch Digitalisierung und Desinformation.
Klassische Medienhäuser stehen seit Jahren unter Druck: Sinkende Werbeeinnahmen, veränderte Nutzungsgewohnheiten sowie der Einfluss von Künstlicher Intelligenz und sozialen Medien erschweren die Lage. Dennoch zeigt eine Befragung des Marktforschungsinstituts Marketagent unter 579 Journalistinnen und Journalisten im DACH-Raum, dass etwa die Hälfte an eine Wiedererstarkung traditioneller Medien glaubt. In Österreich fällt die Einschätzung mit 44 Prozent etwas zurückhaltender aus.
Als wichtigste Faktoren für eine mögliche Renaissance nennen die Befragten vor allem Vertrauen und Glaubwürdigkeit, gefolgt von inhaltlicher Qualität und Tiefe sowie einer klaren Abgrenzung gegenüber Desinformation. Gleichzeitig sehen zwei Drittel diese Entwicklung eher als Wunschvorstellung denn als realistische Prognose.
Mit Blick auf die Zukunft erwarten viele Journalistinnen und Journalisten, dass ihre Arbeit vor allem durch Orientierung im Informationsüberfluss geprägt sein wird. Ebenso wichtig erscheinen Transparenz in Bezug auf Quellen und Arbeitsweisen sowie investigative Recherchen. Inhaltlich gelten vor allem Hintergrundberichte und erklärende Formate, Faktenchecks sowie auch unterhaltende Inhalte als zukunftsrelevant.
Als wahrscheinlichstes Szenario für die Medienlandschaft sehen die Befragten einen hochwertigen Qualitätsjournalismus, der sich jedoch an eine kleinere, informierte Zielgruppe richtet. Weitere mögliche Entwicklungen sind stärker polarisierte Medienangebote oder eine Vielzahl gleichwertiger Informationsquellen.
Zugleich wird die wachsende Bedeutung von Desinformation als großes Problem wahrgenommen: Eine deutliche Mehrheit ist der Ansicht, dass sich die Situation in den vergangenen Jahren verschärft hat und den Journalismus zunehmend belastet.
APA/Red.
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