Kurzserien erobern Smartphones und Märkte
Vertical Dramas sind kurze Hochkantserien von ein bis drei Minuten, die speziell für den Konsum auf Smartphones konzipiert sind.

Die Popularität von Hochkantserien im 9:16-Format, auch „Vertical Dramas“ oder „Microdramas“ genannt, wächst rasant. Mit einer Länge von ein bis drei Minuten sind die Folgen speziell für Smartphones optimiert. In China generierten solche Formate 2024 rund sieben Milliarden Dollar Umsatz, bei zwei Millionen produzierten Episoden. In den USA lag der Umsatz bei 800 Millionen Dollar, bis 2030 werden 3,8 Milliarden Dollar erwartet. Der Trend erreicht zunehmend auch Europa.
Deutschland setzt auf Kurzformformate
Die ARD bietet mit „Between The Beats“ eine Hochkantserie an, das ZDF entwickelt ähnliche Konzepte, und Constantin Entertainment plant größere Produktionen. Produzent Otto Steiner betont das Potenzial für einen europäischen Milliardenmarkt, insbesondere durch Kooperationen mit Plattformen, Telekommunikationsunternehmen und Influencern. Die niedrigen Herstellungskosten machen das Format attraktiv: Eine Serie mit 26 Episoden à zwei Minuten kostet zwischen 50.000 und 300.000 Euro – deutlich weniger als klassische US-Serien.
Perspektiven für Europa
Internationale Festivals wie Series Mania in Lille zeigen, dass die Qualität der Vertical Dramas noch nicht mit traditionellen Serien vergleichbar ist, das Potenzial für anspruchsvollere Inhalte jedoch gesehen wird. Europäische Produzenten müssen prüfen, wie die Formate an regionale Märkte angepasst werden können. Frühere Initiativen wie der Streamingdienst Quibi scheiterten an hohen Kosten, das Konzept der Kurzformate könnte jedoch 2026 wieder erfolgreich sein.
(APA/red)

