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Italienischer Verlag Sae übernimmt „La Stampa“

Die Medienholding Gedi hat den Verkauf von La Stampa an den italienischen Verlag Sae offiziell vereinbart, nachdem über Monate spekuliert worden war.

04.03.2026 14:55
red04
© Adobe Stock
Die Diskussionen über die Zukunft der Zeitung hatten bereits vor der Vereinbarung in der Redaktion für Unruhe gesorgt.

Der traditionsreichen italienischen Tageszeitung La Stampa steht ein Eigentümerwechsel bevor. Nach monatelangen Spekulationen über einen möglichen Verkauf hat die Medienholding Gedi Gruppo Editoriale eine Vereinbarung über die Veräußerung des Blattes unterzeichnet. Käufer ist der italienische Verlag Sae.

Verkauf aus Einflussbereich der Agnelli-Familie

Gedi gehört zum Einflussbereich der Industriellenfamilie Agnelli, die unter anderem den Fiat-Konzern geprägt hat. An der Spitze der Investmentgesellschaft Exor, zu der Gedi zählt, steht John Elkann. Er ist ein Enkel von Giovanni Agnelli, dem langjährigen Patriarchen der Familie. In den vergangenen Monaten hatte es Berichte gegeben, wonach Elkann auch die ebenfalls zu Gedi gehörende Zeitung La Repubblica verkaufen wolle. Als möglicher Käufer wurde ein Reederkonglomerat aus Griechenland mit saudischem Einfluss genannt. Zu diesen Plänen gibt es derzeit jedoch keine neuen Informationen.

Proteste in Redaktionen

Die Diskussionen über die Zukunft der beiden Zeitungen hatten in den Redaktionen für Unruhe gesorgt. Mitarbeiter protestierten wiederholt gegen die Verkaufspläne und traten zeitweise in den Streik. Kritisiert wurde unter anderem, dass es keine Garantien für den Fortbestand der Blätter und für die Arbeitsplätze gebe. Darüber hinaus äußerten einige Beobachter die Sorge, ein Verkauf könne Auswirkungen auf die Medienvielfalt in Italien haben. Sowohl La Stampa mit Sitz in Turin als auch La Repubblica aus Rom zählen zu den einflussreichen überregionalen Tageszeitungen des Landes.

Publizistische Ausrichtungen

La Stampa, gegründet 1867, gilt traditionell als liberal-bürgerlich. La Repubblica wird hingegen dem linksliberalen Spektrum zugeordnet. Seit dem Amtsantritt der Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vor mehr als drei Jahren berichtet das Blatt überwiegend kritisch über deren Politik. Mit der nun unterzeichneten Vereinbarung zum Verkauf von La Stampa ist zumindest für eine der beiden Zeitungen ein erster Schritt in Richtung Eigentümerwechsel vollzogen. Ob und wie sich die Eigentümerstruktur bei La Repubblica verändern wird, bleibt weiterhin offen.

(APA/red)

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