Investitionspflicht für Netflix & Co. in europäische Filme
Die deutsche Bundesregierung plant verbindliche Investitionsquoten für Streamingdienste und Fernsehsender zur Förderung der Filmwirtschaft.
Fernsehsender und internationale Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder Disney+ sollen künftig zu Investitionen in europäische Filmproduktionen verpflichtet werden, sofern sie auf dem deutschen Markt tätig sind. Darauf hat sich die deutsche Bundesregierung nach Angaben aus dem Kanzleramt verständigt. Ziel ist es, die Finanzierung der Filmproduktion in Deutschland und Europa langfristig zu sichern.
Gesetzliche Quote und freiwillige Zusagen
Vorgesehen ist eine Kombination aus einer gesetzlich festgelegten Mindestinvestitionsquote und freiwilligen Zusagen der Anbieter. Diese sollen mit individuellen Vereinbarungen über Nutzungs- und Verwertungsrechte verbunden werden. Nach Darstellung der Bundesregierung stellt der gefundene Kompromiss sicher, dass zusätzliche Aufträge für die deutsche Filmwirtschaft entstehen, ohne die Geschäftsmodelle von Sendern und Streamingplattformen unverhältnismäßig zu beeinträchtigen.
Spielräume bei höherer Investition
Teil der Regelung ist eine sogenannte Öffnungsklausel, die Anreize für ein stärkeres freiwilliges Engagement schaffen soll. Anbieter, die mindestens zwölf Prozent ihres jährlichen Umsatzes investieren, können von bestimmten gesetzlichen Vorgaben abweichen. Dazu zählen unter anderem festgelegte Quoten für deutschsprachige Produktionen.
Baustein der Filmreform
Die geplanten Investitionsvorgaben sind Bestandteil einer umfassenden Reform der deutschen Filmförderung. Mit der erzielten Einigung werden im Bundeshaushalt zudem zusätzliche Mittel in Höhe von 120 Millionen Euro für die Filmförderung freigegeben. Damit sollen die Rahmenbedingungen für Filmproduktionen in Deutschland weiter verbessert werden.
(APA/red)