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Initiative fordert eigenes Schulfach „Medienbildung“

Eine Initiative fordert für die AHS ein eigenes Fach Medienbildung, um Jugendliche besser auf die digitale Welt vorzubereiten.

03.03.2026 12:52
red04
© Adobe Stock
Der Informatik-Unterricht soll erweitert und um Themen wie Künstliche Intelligenz ergänzt werden.

In der Diskussion um die geplanten Kürzungen im Lateinunterricht hat sich eine Initiative gebildet, die sich für die Einführung eines eigenen Fachs „Medienbildung“ an den AHS einsetzt. Bisher sei vor allem über mögliche Streichungen diskutiert worden, erklärte Koordinator Alexander Zach am heutigen Dienstag bei einer Pressekonferenz. Die entscheidende Frage sei jedoch: „Was brauchen Kinder und Jugendliche, um sie auf eine digital geprägte Welt vorzubereiten?“.

Pläne des Bildungsministeriums

Nach den Vorstellungen von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) soll in der Oberstufe der AHS der Gegenstand „Medien und Demokratie“ eingeführt werden. Zusätzlich soll der Informatik-Unterricht erweitert und um Themen wie Künstliche Intelligenz ergänzt werden. Im Gegenzug sollen Lateinstunden beziehungsweise Stunden für die zweite lebende Fremdsprache gekürzt werden – abhängig vom jeweiligen Schultyp.

Medienbildung braucht eigenen Raum

Zach betonte, dass die steigende Mediennutzung und problematische Aspekte wie Cybermobbing oder Desinformation eine intensivere Auseinandersetzung erforderlich machen. „Man könnte sagen: Wir machen das nebenbei in anderen Unterrichtsfächern mit. Aber wir kämen ja auch nicht auf die Idee zu sagen, Fächer wie Englisch oder Mathematik sollte man in andere Gegenstände integrieren“, so Zach. Aus seiner Sicht sei das Thema von solcher Bedeutung, dass es ein eigenes Fach benötige. Die vorgesehenen zwei Stunden in der Oberstufe hält Zach für unzureichend. Initiativen wie das geplante Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige würden nicht ausreichen.

Letzter Baustein

Christian Swertz, Professor für Medienpädagogik an der Universität Wien, verwies darauf, dass Medienbildung bereits in der Kindergartenpädagogik, der Volksschule sowie in der Unterstufe der AHS und der Mittelschule verankert sei. „Jetzt fehlt als letzter Baustein noch die Oberstufe“, erklärte Swertz. Medien dienten der Verständigung mit sich selbst, anderen Menschen und der Welt, so Swertz weiter. „Das machen sie mithilfe von Mediensprachen wie der Social-Media-Sprache oder der Filmsprache. Die Vielfalt der Sprachen, die in der Schule vermittelt werden, wird dadurch größer.“

Finanzielle Hürden möglich

Für Swertz wäre es denkbar, das neue Fach zusätzlich einzuführen, ähnlich wie zuvor die digitale Grundbildung in der Unterstufe. Allerdings könnte dies auf Widerstand beim Finanzministerium stoßen. Inhaltlich solle das Fach Themen abdecken, die in anderen Unterrichtsfächern nicht vorkommen – etwa die kritische Reflexion darüber, welche Absichten hinter Nachrichten stehen.

(APA/red)

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