Große Entlassungswelle bei Washington Post

Hunderte Mitarbeitende der Washington Post stehen nach massiven Kürzungen in Sport, Ausland und Podcasts vor großer Unsicherheit.

04.02.2026 16:42
red04
© Adobe Stock
Die Entlassungen wurden mit der Notwendigkeit begründet, die Zeitung angesichts finanzieller Herausforderungen und rückläufiger Abonnentenzahlen neu aufzustellen.

Die Washington Post hat eine weitreichende Entlassungsrunde gestartet, die große Teile ihrer Redaktion betrifft. In einer internen Videokonferenz kündigte Executive Editor Matt Murray die Maßnahmen als Teil eines strategischen Neustarts an. Zwar wurden keine genauen Zahlen veröffentlicht, doch berichten mehrere Quellen, dass Hunderte Mitarbeitende betroffen sind – manche sprechen sogar von bis zu einem Drittel aller Stellen.

Veränderungen in zentralen Ressorts

Besonders stark betroffen sind die Sport- und Auslandberichterstattung, das Books-Team sowie das Podcast-Format „Post Reports“. Die Sportredaktion wird in ihrer bisherigen Form aufgelöst, während das internationale Nachrichtenangebot deutlich verkleinert wird. Auch die tägliche Podcast-Produktion wird vorübergehend eingestellt. Die Redaktion für lokale Berichterstattung soll neu strukturiert werden, während Politik- und Regierungsberichte weiterhin als zentrale Säulen der Zeitung gelten.

Gründe für die Entlassungen

Murray begründete die Entlassungen mit der Notwendigkeit, die Zeitung angesichts finanzieller Herausforderungen und rückläufiger Abonnentenzahlen neu aufzustellen. Viele bisherige Strukturen seien nicht mehr tragfähig, und die Zeitung müsse ihre Inhalte effizienter gestalten. Bereits zuvor hatte die Post auf wirtschaftlichen Druck reagiert, etwa durch reduzierte Berichterstattung über große Sportereignisse wie die Olympischen Winterspiele. Innerhalb der Redaktion herrscht große Unsicherheit. Mitarbeitende und die Gewerkschaft The Post Guild äußerten Bedenken, dass die Kürzungen die journalistische Qualität gefährden könnten. Briefe an Eigentümer Jeff Bezos blieben bislang weitgehend unbeantwortet, was die Sorgen der Belegschaft verstärkt. Beobachter sehen in der Entlassungswelle einen Wendepunkt für die traditionsreiche Zeitung, die seit dem Kauf durch Bezos 2013 als finanziell stabil galt.

Zukunft der Zeitung

Wie sich die Entlassungen langfristig auf die Qualität und den Umfang der Berichterstattung auswirken, bleibt offen. Fachleute erwarten, dass die Entscheidungen bei der Post eine breitere Diskussion über den Stellenwert von Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter anstoßen werden. Die Zeitung steht damit vor der Herausforderung, ihre journalistische Integrität zu wahren und gleichzeitig wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben.

(red)

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