Gloria Steinem im Alter von 92 Jahren verstorben
Als Journalistin und Aktivistin wurde Gloria Steinem zu einer wichtigen Stimme der US-amerikanischen Frauenbewegung.
Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Die US-amerikanische Autorin, Journalistin und Aktivistin starb am gestrigen Mittwoch im Kreis ihr nahestehender Menschen. Das teilte ihre Stiftung auf Instagram mit. Seit Ende der 1960er-Jahre gehörte Steinem zu den prägenden Stimmen der feministischen Bewegung in den USA. Sie kämpfte für die Gleichstellung von Frauen sowie für Bürger- und Reproduktionsrechte.
Gründung von Ms. und politischen Organisationen
Steinem wurde am 25. März 1934 in Toledo im US-Bundesstaat Ohio geboren. Als Journalistin arbeitete sie unter anderem für Esquire und The New York Times. Außerdem veröffentlichte sie mehrere Bücher. 1972 gründete sie das feministische Magazin Ms.. Bereits ein Jahr zuvor war sie gemeinsam mit der früheren Abgeordneten Bella Abzug, der Kongressabgeordneten Shirley Chisholm und der Schriftstellerin Betty Friedan an der Gründung der Organisation „National Women’s Political Caucus“ beteiligt. Friedan hatte 1963 das Buch „The Feminine Mystique“ veröffentlicht. Es wurde zu einem der wichtigen Werke der zweiten Welle des Feminismus in den USA. Steinem war außerdem an der Gründung der „Coalition of Labor Union Women“, des „Women’s Media Center“, von „Voters for Choice“ und der „Ms. Foundation for Women“ beteiligt.
Einsatz für Frauen unterschiedlicher Herkunft
Steinem setzte sich für eine Frauenbewegung ein, die Frauen unabhängig von ihrer Hautfarbe einbezieht. In einem Interview mit dem Magazin The New Yorker sprach sie insbesondere über den Einfluss schwarzer Frauen auf die feministische Bewegung. „Wenn man selbst Diskriminierung erlebt hat, ist man dafür auf jeder Ebene sensibel. Ich habe den Feminismus größtenteils von schwarzen Frauen gelernt“, sagte sie.
Auszeichnungen für ihr Engagement
Für ihre Arbeit wurde Steinem vielfach ausgezeichnet. 2013 verlieh ihr der damalige US-Präsident Barack Obama die „Presidential Medal of Freedom“. Sie gilt als höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten. 2021 erhielt Steinem den Prinzessin-von-Asturien-Preis. Der spanische Preis gehört zu den bekanntesten internationalen Auszeichnungen des Landes.
Steinems Leben als Film- und Theaterstoff
Steinems Leben wurde auch für Film und Theater adaptiert. 2011 erschien die HBO-Dokumentation „Gloria: In Her Own Words“. 2018 folgte das Theaterstück „Gloria: A Life“. Die Regisseurin Julie Taymor drehte 2020 den Film „The Glorias“. Grundlage war Steinems 2015 veröffentlichte Autobiografie „My Life on the Road“. Der Film zeigt verschiedene Stationen ihres Lebens. Taymor hatte Steinem bereits 2017 in einem Interview mit der New York Times beschrieben. Ihrer Einschätzung nach entwickelte sich Steinem von einer zunächst zurückhaltenden Sprecherin zu einer einflussreichen Persönlichkeit der amerikanischen Frauenbewegung. Auch Steinems Aussehen prägte ihr öffentliches Erscheinungsbild. Zu ihren wiederkehrenden Merkmalen gehörten langes, blond gesträhntes Haar, ein Mittelscheitel und eine Pilotenbrille.
(APA/red)