El-Gawhary sucht neue Aufgaben nach dem ORF

In einem Facebook-Posting macht sich Karim El-Gawhary Gedanken über neue Aufgaben und ein Podcastformat.

22.01.2026 12:35
Redaktion
© ORF/Hans Leitner
Karim El-Gawhary

Nach 22 Jahren als prägende Stimme des ORF aus Kairo endet für Karim El‑Gawhary die Zeit als fixer Korrespondent. Nun hat der Journalist seinen Abschied mit einem ausführlichen Facebook-Posting kommentiert – weniger als Abrechnung, sondern als offenes Nachdenken über mögliche nächste Schritte.

El-Gawhary bedankt sich darin für breite öffentliche Unterstützung und verweist auf zahlreiche Zuschriften sowie eine Unterschriftenliste, die seinen Verbleib (beim ORF) befürworten soll. Gleichzeitig skizziert er Überlegungen für neue journalistische Formate, etwa einen wöchentlichen Podcast, und bittet seine Community um Ideen zu Inhalten, Form und Finanzierung.

Zwischen Abschied und Neuorientierung

Noch ist El-Gawhary nicht aus dem ORF ausgeschieden. Bis Mitte 2026 bleibt er im Rahmen seines laufenden Vertrags für den öffentlich-rechtlichen Sender tätig. Darüber hinaus kann er auch danach als Freelancer weiterhin aus und über Ägypten sowie den arabischen Raum für den ORF berichten.

Die Neuregelung wird vom ORF als „wesentlicher Schritt in der Weiterentwicklung seines Korrespondentennetzes“ bezeichnet. Parallel dazu ist die Eröffnung eines neuen Nahost-Büros im östlichen Mittelmeerraum geplant, das das bisherige Büro in Kairo ablösen soll. Offiziell wird dieser Schritt als Teil eines Generationenwechsels im internationalen Korrespondentennetz begründet.

Zur Vorgeschichte gehört auch, dass El-Gawharys Kommentatorenrolle zu Nahost-Themen nicht unumstritten war. Seine Berichterstattung wurde über die Jahre hinweg intensiv wahrgenommen, diskutiert und teils auch kritisch begleitet.

Journalist ohne festes Haus

„Wie könnte beispielsweise ein Podcast aussehen, welche Inhalte und welche Form sollte er haben, was wird gewünscht, gehört oder gesehen und, auch nicht ganz unwichtig für mich, wie kann ich davon leben?“

Mit Worten wie diesen ergreift der Journalist auf Facebook selbst die Initiative. Bemerkenswert ist dabei weniger die Suche nach neuen Formaten als die Offenheit, mit der El-Gawhary seine aktuelle Situation beschreibt.

Zwischen den Zeilen gelesen lässt sich aus dem Posting eine paradoxe Konstante herauslesen: Die Frage, was „gewünscht“ wird, stellte sich für El-Gawhary zuletzt auch innerhalb des ORF. Trotz der wiedergewonnenen Freiheit taucht dieselbe Frage erneut auf.

Die Facebook-Community wird darauf wohl eine Antwort haben.

(red)

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