CNBC kündigt DACH-Plattform an

Das US-Cable-Network plant ein deutschsprachiges Angebot für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

15.01.2026 17:30
Redaktion
© Adobe

Der internationale Wirtschaftsnachrichtensender CNBC plant den Aufbau einer deutschsprachigen Plattform für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Unter dem Namen CNBC DACH soll ab Anfang 2027 ein multimediales Angebot starten, das Fernsehen, digitale Formate, Social Media, Events und Print umfasst.

Langer Vorlauf, offene Fragen

Laut Ankündigung steht das Projekt noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen. Solche Prüfungen sind im Medienbereich in der Regel bei Übernahmen oder marktbeherrschenden Zusammenschlüssen relevant, nicht jedoch für den Start eines neuen Nachrichtenangebots. Der angekündigte Launch Anfang 2027 liegt damit weit in der Zukunft – ein auffällig langer Vorlauf für eine News-Plattform, zumal Know-how und internationale Infrastruktur bei den Beteiligten grundsätzlich vorhanden sein dürften.

Unabhängig davon skizziert die Ankündigung ein inhaltlich und organisatorisch breit angelegtes Vorhaben. CNBC DACH soll Inhalte mit globalem Fokus liefern, ergänzt um regionale Berichterstattung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Redaktionelle Standorte sind in Frankfurt, Zürich und Wien vorgesehen, zusätzliche Büros in Berlin und München. Allein diese Struktur deutet auf einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand hin.

Multiplattform-Anspruch, hohe Eintrittshürden

Geplant ist nicht nur ein digitales Angebot, sondern auch ein eigener TV-Kanal mit lokalisierten Feeds und eigener Berichterstattung. In Kombination mit mehreren Redaktionsstandorten und laufender technischer Betreuung entsteht ein Investitionsrahmen, der deutlich über klassischen Start-up-Dimensionen im Medienbereich liegt.

Das Projekt wird von einer neu gegründeten Holding getragen, an der mehrere Investoren beteiligt sind. Einer von ihnen ist Benjamin Lakatos, Mehrheitseigentümer und Executive Chairman der MET Group. Die operative Führung übernimmt Rusmir Nefic, der zuletzt an mehreren internationalen Medienlizenzen in Europa beteiligt war.

Zu den Geldgebern zählt darüber hinaus ein österreichischer Investor, der hierzulande vor allem als Finanzierer eines Online-Mediums bekannt wurde und über Jahre persönliche und politische Beziehungen zum früheren Bundeskanzler gepflegt hat. Seine medienunternehmerischen Ambitionen sind bislang nicht klar deklariert. In welchem Ausmaß diese Interessen in das CNBC-DACH-Projekt hineinwirken, bleibt offen.

Zwischen Ankündigung und Umsetzung

Inhaltlich positioniert sich CNBC DACH als Plattform für Entscheidungsträger, Investoren und CEOs im deutschsprachigen Raum. Ziel sei es, regionale Wirtschafts- und Kapitalmarktthemen stärker international sichtbar zu machen und zugleich globale Entwicklungen lokal einzuordnen.

Ob und in welcher Form das Projekt tatsächlich wie angekündigt umgesetzt wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen. Die Ankündigung markiert vorerst einen strategischen Anspruch – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der Start ist für Anfang 2027 avisiert. Bis dahin bleibt CNBC DACH ein Projekt auf dem Papier. Der lange Vorlauf, die angeführten regulatorischen Vorbehalte und die personellen Konstellationen im Hintergrund bilden dabei ein Gesamtbild, das weniger durch publizistische Dringlichkeit als durch strategische Platzierung geprägt wirkt.

(red)

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