Amazon streicht „Send-to-Kindle”
Um den Nutzern mehr Sicherheit zu bieten, stellt Amazon eine beliebte Funktion ein.

Nachdem Amazon, der weltgrößte Onlinehändler, im Februar die Möglichkeit beendete, offiziell gekaufte E-Books per USB-Kabel vom Kindle auf einen Computer herunterzuladen, kommt nun die nächste Einschränkung. Wie das Unternehmen bekannt gab, wird der Versand von Dokumenten per E-Mail an Kindle-Geräte, wenn diese von sogenannten „unvollständigen“ E-Mail-Adressen stammen – also etwa von Drittanbietern oder automatisierten Services, die in vielen Organisationen im Einsatz sind – ab dem 1. April 2025 nicht mehr möglich sein.
Bildungseinrichtungen im Nachteil
Die Einschränkung trifft vor allem Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen, die häufig auf automatisierte Systeme zurückgreifen, um Lernmaterialien direkt auf mehrere Kindle-Geräte gleichzeitig zu senden. Bislang war dies ein beliebter Weg, um Inhalte zentralisiert bereitzustellen. Mit der angekündigten Änderung könnten viele dieser Prozesse künftig nicht mehr funktionieren. Amazon begründet die Maßnahme mit dem Wunsch, die Sicherheit für Nutzer zu erhöhen – Details zur konkreten Bedrohungslage oder zu Missbrauchsfällen nennt das Unternehmen jedoch nicht. Auch für Kunden mit mehreren E-Book-Readern könnte die Einschränkung problematisch sein.
Der Nutzen des Kindle
Der Kindle ermöglicht das Lesen von E-Books, PDFs und persönlichen Dokumenten, die über den Amazon-Shop oder per E-Mail übertragen werden können. Die „Send-to-Kindle“-Funktion galt dabei lange als besonders benutzerfreundlich, da sie den Empfang von Inhalten auch ohne direkte Verbindung zum Computer ermöglichte.
Amazon-Kritiker werfen dem Konzern immer wieder vor, die Nutzerautonomie einzuschränken und das geschlossene Ökosystem des Kindle zunehmend zu verschärfen. Besonders fraglich wird dies, wenn Änderungen ohne Vorwarnung oder klare Kommunikation erfolgen – wie im aktuellen Fall. Auch für die im Februar erfolgte Restriktion veröffentlichte Amazon keine Erklärung.
(PA/red)