Abverkauf: Aus NÖN-TV wird N1 TV
Produzent Marc Zimmermann übernimmt den Regionalsender, der wieder unter dem Namen N1 auftritt.

Der Abverkauf beim Niederösterreichisches Pressehaus setzt sich fort. Nach der Trennung von der Burgenländischen Volkszeitung (BVZ) zum Jahreswechsel 2025/26 wurde nun auch der Verkauf der TV-Aktivitäten fixiert. Produzent Marc Zimmermann hat laut Medienberichten am Dienstag den Kaufvertrag über NÖN-TV unterzeichnet.
Der Sender kehrt damit zu seinem ursprünglichen Namen N1 zurück. Bis 2022 trat der Regionalsender unter dieser Marke auf, ehe er im Zuge der Übernahme durch das Pressehaus in NÖN-TV umbenannt wurde. So hieß der Regionalsender bis 2022, ehe er vom Pressehaus übernommen und in NÖN-TV umbenannt wurde. Bereits vor einigen Tagen gründete Zimmermann die N1 Media GmbH, die nun als neue Betreiberin fungiert.
Ein Blick auf den aktuellen Webauftritt zeigt, dass der Markenwechsel faktisch bereits vollzogen ist. Die Seite tritt unter n1tv.at mit dem neuen N1-Logo auf. Archivmaterial deutet zudem darauf hin, dass die Umstellung schon länger vorbereitet war: In einer Sendung vom 25. Dezember 2025 ist noch das frühere NÖN-TV-Insert eingeblendet, während Clips mit Datum 18. Jänner 2026 bereits das N1-Branding tragen.
Fokus auf Gemeinden und langfristige Verträge
Zimmermann sieht den wirtschaftlichen Kern des Senders in seiner regionalen Verankerung. Ausschlaggebend seien langjährige Verträge mit zahlreichen niederösterreichischen Gemeinden, die den Sender seit rund 15 Jahren nutzen und tragen. Diese Nähe zur kommunalen Ebene sei aus seiner Sicht die tragende Säule des Geschäftsmodells.
Fortgesetzter Rückzug des Pressehauses
Der Verkauf fügt sich in eine längere Restrukturierungsphase des Pressehauses ein. Laut Jahresabschlüssen verzeichnete das Unternehmen 2023 und 2024 Verluste von rund 3,3 beziehungsweise 3,7 Millionen Euro bei einem Umsatz von etwa 28,5 Millionen Euro. Nach einem Kapitalschnitt übernahm 2025 Manager Gert Bergmann die Geschäftsführung.
Bereits zuvor hatte sich das Pressehaus schrittweise von Geschäftsbereichen getrennt: Die Druckaktivitäten wurden 2018 an Walsted Leykam verkauft, der Standort St. Pölten 2025 geschlossen. Die NÖN und die BVZ werden seither bei Mediaprint produziert.
Eigentümerfragen weiter offen
Unverändert ungeklärt bleibt die Eigentümerstruktur des Pressehauses. Mehrheitseigentümer ist weiterhin die Diözese St. Pölten mit 54 Prozent. Raiffeisen Niederösterreich-Wien bemüht sich seit 2024 um eine Aufstockung seines Anteils auf zumindest 25 Prozent, was der Diözese die Mehrheit entziehen würde. Eine entsprechende Änderung ist im Firmenbuch bislang nicht vermerkt.
Mit dem Verkauf von NÖN-TV an Marc Zimmermann verliert das Pressehaus einen weiteren operativen Bereich – und konzentriert sich damit weiter auf sein verbleibendes Kerngeschäft.
Lesen Sie hier unser aktuelles Interview mit Marc Zimmermann.
(red)
