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Medienverbände formieren sich gegen KI-Nutzung

Europäische und kanadische Presseverbände fordern beim EU-Kanada-Gipfel mehr Transparenz und faire Vergütung für die Nutzung journalistischer Inhalte durch KI.

28.10.2026 15:34
red04
Die Verbände kritisieren insbesondere, dass KI-Systeme wie Suchmaschinen-Zusammenfassungen Inhalte von Verlagen nutzen, ohne dass deren Verwendung ausreichend nachvollziehbar oder kontrollierbar ist. © Adobe Stock
Die Verbände kritisieren insbesondere, dass KI-Systeme wie Suchmaschinen-Zusammenfassungen Inhalte von Verlagen nutzen, ohne dass deren Verwendung ausreichend nachvollziehbar oder kontrollierbar ist.

Vor dem EU-Kanada-Gipfel in Montréal haben sich europäische und kanadische Presseverbände zu einer transatlantischen Koalition zusammengeschlossen. Sie fordern von der EU und Kanada klare Rahmenbedingungen für freie und wirtschaftlich tragfähige Medien. Im Zentrum steht die Nutzung journalistischer Inhalte durch Künstliche Intelligenz. Auch der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV) unterstützen die Initiative. Die Verbände kritisieren insbesondere, dass KI-Systeme wie Suchmaschinen-Zusammenfassungen Inhalte von Verlagen nutzen, ohne dass deren Verwendung ausreichend nachvollziehbar oder kontrollierbar ist.

Mehr Transparenz und faire Vergütung

Die Koalition fordert deshalb mehr Transparenz, durchsetzbare Rechte und eine angemessene Vergütung für die Nutzung journalistischer Inhalte. Verlage müssten in der Lage sein, die Verwendung ihrer Inhalte zu genehmigen, zu überwachen und ihre Rechte auch durchzusetzen. Getragen wird die Initiative unter anderem von der European Newspaper Publishers’ Association (ENPA), der European Magazine Media Association (EMMA), dem European Publishers Council (EPC), News Media Europe, News Media Canada und Magazines Canada sowie deren nationalen Mitgliedsverbänden. Die Verbände sehen durch den technologischen Wandel und insbesondere durch KI neue Herausforderungen für die Medienbranche. Nicht identifizierte KI-Bots und KI-Agenten würden Presseinhalte teilweise ohne Genehmigung oder Vergütung nutzen.

KI-Zusammenfassungen schwächen Geschäftsmodelle

Problematisch sind aus Sicht der Verlage auch KI-generierte Zusammenfassungen, die etwa in Suchmaschinen erscheinen. Sie könnten Nutzer davon abhalten, die Websites der ursprünglichen Medienangebote aufzurufen. Damit gingen Reichweite sowie Einnahmen aus Abonnements und Werbung verloren. Die Koalition verweist zugleich auf bereits bestehende Schutzmechanismen wie das Leistungsschutzrecht für Presseverlage, den kanadischen Online News Act und den EU AI Act. Diese müssten angesichts der technischen Entwicklung wirksam durchgesetzt und weiterentwickelt werden.

Kontrolle über eigene Inhalte

Die neue Koalition will sich für ein transparenteres KI-Ökosystem einsetzen, in dem geistiges Eigentum geschützt, die Lizenzierung von Inhalten erleichtert und Verlage angemessen vergütet werden. Gleichzeitig sollen sie die Kontrolle über ihre Inhalte und deren wirtschaftlichen Wert behalten. Als Beispiel für mehr Transparenz nennt die Initiative den von der SPUR Coalition entwickelten Standard für Content-Telemetrie. Dieser soll Verlagen Informationen darüber liefern, wie ihre Inhalte genutzt werden, und damit auch fundierte Entscheidungen über mögliche Lizenzen ermöglichen. Die Verbände sehen unabhängige Medien als Grundlage einer funktionierenden demokratischen Öffentlichkeit. Mit einer gemeinsamen Erklärung beim EU-Kanada-Gipfel soll daher ein politisches Signal für den Schutz einer vielfältigen und wirtschaftlich tragfähigen Medienlandschaft gesetzt werden.

(PA/red)

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