Demonstrationen für Pressefreiheit in der Türkei

Tausende Menschen haben in Istanbul und Ankara gegen den wachsenden Druck auf Journalisten und Medien in der Türkei demonstriert.

27.10.2026 10:00
red04
© ADEM ALTAN / AFP
An den Protesten beteiligten sich vor allem Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Vertreter der Opposition.

Tausende Menschen haben am Samstag in Istanbul und Ankara gegen den zunehmenden Druck auf Journalisten und Medien in der Türkei demonstriert. In Istanbul beteiligten sich nach Polizeiangaben mindestens 3.000 Menschen an der Kundgebung, in der Hauptstadt Ankara waren es ebenfalls mindestens 3.000. Die Demonstrierenden forderten ein Ende der Repressionen und bekundeten ihre Solidarität mit inhaftierten Medienschaffenden.

Elf Journalisten festgenommen

Nach Angaben der türkischen Journalistengewerkschaft wurden in den vergangenen zwei Monaten elf Journalisten festgenommen und mehrere Medien geschlossen. Mitte Oktober stürmte die Polizei den Nachrichtensender Halk TV, den reichweitenstärksten Sender des Landes, und unterbrach den Sendebetrieb. Anschließend wurde der Sender unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. An den Protesten beteiligten sich vor allem Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Vertreter der Opposition. Sie hielten Fotos inhaftierter Kollegen hoch und riefen Parolen gegen die Einschränkungen der Pressefreiheit. Der Journalist Zafer Arapkirli, der selbst juristisch verfolgt wird, warf den Behörden vor, die Gesellschaft einschüchtern und zum Schweigen bringen zu wollen.

Pressefreiheit seit 2016 unter Druck

Bei der Kundgebung in Ankara wurde ein Brief des inhaftierten Journalisten Ismail Ari verlesen. Darin erklärte er, allein wegen seiner journalistischen Tätigkeit im Gefängnis zu sitzen. Er wolle den freien Journalismus bis zum Ende verteidigen. Unter Präsident Recep Tayyip Erdogan ist die Pressefreiheit in der Türkei seit dem gescheiterten Putschversuch von 2016 zunehmend eingeschränkt worden. Zu den Maßnahmen zählen Strafverfahren gegen Medienschaffende, Internetzensur und Verfahren wegen angeblicher Falschinformationen.

(APA/red)

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