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ORF kündigt weitere Einschnitte an

Im ORF stehen angesichts des hohen Spardrucks Nulllohnrunden, weniger Führungskräfte und weitere Stellenstreichungen im Raum.

23.10.2026 10:51
red04
© APA/TOBIAS STEINMAURER
Hintergrund des Sparkurses sind 93 Millionen Euro, die dem ORF künftig jährlich fehlen.

Die von ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher angekündigten Einschnitte nehmen konkretere Formen an. In einer Mitarbeiterinformation kündigte sie unter anderem an, dass in der Marketing-Tochter OMC der ORF-Shop und die Abteilung „ORF-Stars“ eingestellt werden sollen. Zudem soll es künftig weniger Führungskräfte und damit auch deutlich weniger Hauptabteilungen geben.

Weniger Führungskräfte, strengere Vorgaben

Auch in den übrigen Bereichen des ORF soll es laut Thurnher „strenge Einsparungsvorgaben“ geben. Um die Belastungen breiter zu verteilen, seien bereits erste Maßnahmen gesetzt worden. So werden die Zahlungen an die Pensionskassen ausgesetzt, bei Mehrdienstleistungen und Pauschalen sollen strengere Grenzen gelten und sämtliche Zusatz-Zahlungen werden überprüft. Auch Nulllohnrunden seien ein Thema. „Wir werden auch über Nulllohnrunden nachdenken müssen“, schreibt Thurnher. Zugleich stellte sie klar, dass nicht alle derzeit Beschäftigten ihren Arbeitsplatz behalten werden können.

93 Millionen Euro weniger im Jahr

Hintergrund des Sparkurses sind 93 Millionen Euro, die dem ORF künftig jährlich fehlen. Mit der Umstellung auf den ORF-Beitrag hat die Bundesregierung die bisherige Kompensation für den Entfall des Vorsteuerabzugs gestrichen. „Diese Kürzungen werden den ORF in seinen Grundfesten erschüttern, und ja: das Publikum wird es spüren“, betonte Thurnher. Zunächst würden die Einschnitte allerdings vor allem die Mitarbeiter treffen. Dies habe „nichts mit der Qualität ihrer Arbeit zu tun“. Auch der künftigen Geschäftsführung unter dem designierten Generaldirektor Clemens Pig werden weitere Einsparmöglichkeiten vorgelegt. Fixiert sei noch nichts. Im Raum stehen unter anderem Fragen zur Zukunft von ORF III, des Orchesters und einzelner Sendungen sowie zur Zahl der Mitarbeiter, die den ORF verlassen müssen.

Budget für 2027 im November

Das finale Budget für 2027 sowie die Finanzvorschau für die darauffolgenden Jahre soll am 26. November vom ORF-Stiftungsrat beschlossen werden. Der Finanzausschuss des Gremiums befasste sich am gestrigen Donnerstag in einer Sondersitzung mit dem geplanten Budgetpfad. Bis Ende November sind weitere Gespräche und Abstimmungen vorgesehen. Ziel sei es, möglichst rasch Klarheit über die notwendigen Maßnahmen zu schaffen.

Gewerkschaft kritisiert Vorgehen

Laut den Salzburger Nachrichten sollen allein in der ORF-Marketingtochter OMC durch das Aus für den ORF-Shop und „ORF-Stars“ rund 20 Stellen wegfallen. Die Gewerkschaft GPA reagierte empört. Gewerkschaftsvorsitzende Barbara Teiber kritisierte, dass die gesetzlich abgesicherten Rechte des Betriebsrats ignoriert worden seien und auch der Umgang mit den Beschäftigten nicht akzeptabel sei. Die Kürzungen seien bereits schlimm genug, erklärte Teiber. Die Betroffenen hätten sich zumindest eine Umsetzung „auf Augenhöhe“ und im Rahmen einer fair gelebten Sozialpartnerschaft verdient. OMC-Betriebsratsvorsitzende Isabella Switil kündigte an, jede Kündigung bekämpfen zu wollen.

(APA/red)

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