Paramount räumt Hürde für Warner-Deal aus
Eine Einigung mit US-Bundesstaaten bringt Paramount beim mehr als 110 Milliarden Dollar schweren Warner-Deal einen entscheidenden Schritt weiter.
Paramount hat einen entscheidenden Schritt in Richtung der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery getätigt. Der Unterhaltungskonzern einigte sich mit mehreren Bundesstaaten, die den mehr als 110 Milliarden Dollar schweren Deal mit einer Wettbewerbsklage blockieren wollten. Teil der Vereinbarung sind unter anderem zusätzliche Investitionen in den USA und speziell in Hollywood. Auch für CNN und Paramounts CBS News soll ein neues redaktionelles Aufsichtsgremium eingerichtet werden, das die Unabhängigkeit der beiden Nachrichtensender sichern soll.
Zusage für Hollywood
Paramount bekräftigte zudem seine Zusage, in den ersten beiden Jahren nach der Fusion gemeinsam mindestens 30 Kinofilme pro Jahr zu veröffentlichen. In den darauffolgenden drei Jahren soll die Zahl auf jeweils 32 Filme steigen. Auch mit der Gewerkschaft der US-Drehbuchautoren kam es laut Bloomberg zu einer Einigung. Diese will ihre Klage gegen die Übernahme fallen lassen. Paramount soll unter anderem 17,5 Millionen Dollar in einen Gesundheitsfonds für Autoren einzahlen.
Zeitdruck für Paramount
Die Einigung kommt für Paramount unter erheblichem Zeitdruck. Die Bundesstaaten hatten argumentiert, dass die Konzentration von Marktmacht Hollywood und das Kinogeschäft schädigen könnte. Ein Prozess war allerdings erst für das kommende Frühjahr angesetzt. Zusätzlich drohen Paramount ab Oktober hohe Kosten: Wird die Übernahme bis dahin nicht abgeschlossen, muss der Konzern den Warner-Aktionären zusätzlich zum Kaufpreis täglich sieben Millionen Dollar zahlen.
Deal rückt näher
Auch die zunächst noch widerständigen Bundesstaaten New York, Massachusetts, Connecticut und Minnesota sollen ihren Widerstand gegen die Vereinbarung aufgegeben haben. Die US-Regierung hatte den Deal bereits ohne Auflagen genehmigt. Die EU-Kommission stimmte der Übernahme ebenfalls zu, allerdings unter der Bedingung, dass Paramount aus dem gemeinsamen Filmvertrieb für europäische Kinos mit Universal Pictures aussteigt. Paramount hatte sich im Übernahmekampf gegen Netflix durchgesetzt. Netflix hatte sich ursprünglich bereits mit Warner auf den Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Paramount legte anschließend ein höheres Angebot für den gesamten Warner-Konzern vor – einschließlich CNN und weiterer Fernsehsender.
(APA/red)