Google muss über 400 Millionen Euro Strafe zahlen
Die irische Datenschutzbehörde verhängt gegen Google eine Strafe von über 400 Millionen Euro wegen des Umgangs mit Standortdaten.
Der US-Techkonzern Google muss wegen Verstößen gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mehr als 400 Millionen Euro Strafe zahlen. Die irische Datenschutzkommission DPC beanstandete den Umgang mit Standortdaten von Nutzern zwischen 2018 und 2020. Betroffen waren unter anderem die Bereiche Web- und App-Aktivitäten, Standortverlauf und Standortgenauigkeit. Nach Ansicht der Behörde war für Nutzer möglicherweise nicht ausreichend klar, wie ihre Standortdaten verwendet wurden und welche Rückschlüsse daraus auf Interessen gezogen werden konnten.
Kritik an Speicherung und Kontrolle
Die DPC kritisierte zudem, dass die Daten länger als erforderlich gespeichert wurden. Dadurch sei der Kontrollverlust über persönliche Informationen zusätzlich verstärkt worden. Google verwies auf inzwischen geänderte Verfahren. Seit 2019 seien die Möglichkeiten zur Verwaltung von Standortdaten umfassend weiterentwickelt worden. Nutzer könnten heute unter anderem festlegen, dass Daten automatisch nach drei, 18 oder 36 Monaten gelöscht werden. Auch personalisierte Werbung lasse sich vollständig deaktivieren. Standortinformationen würden zudem nur noch ungefähr erfasst. Die Einstellungen zum Standort und zum Google-Konto seien inzwischen zentral gebündelt.
Verfahren seit 2020
Die irische Datenschutzbehörde ist zuständig, weil Google seinen europäischen Sitz in Dublin hat. Eingeleitet wurde das Verfahren 2020 nach Beschwerden mehrerer europäischer Konsumentenschutzorganisationen.
(APA/red)